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Weltwirtschaftsforum : Indiens Regierungschef kündigt neue Impfstoffe an

Auch auf dem WEF digital zu Gast: Indiens Premierminister Modi. Bild: EPA

Aus Indien werden laut Premier Modi bald „viele verschiedene Impfstoffe“ kommen. Details bleibt er schuldig. Auch sonst lobt er sein Land im Umgang mit der Pandemie über den grünen Klee.

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          Der indische Premierminister Narendra Modi hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie Hoffnung verbreitet. „Es werden in naher Zukunft viele verschiedene Impfstoffe aus Indien zur Verfügung stehen“, sagte Modi am Donnerstag in seiner Videobotschaft im Rahmen des Weltwirtschaftsforums.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Derzeit seien es noch zwei Impfstoffe. „Wir werden vielen Ländern umfassend helfen können“, beteuerte der Regierungschef des zweitbevölkerungsreichsten Landes der Welt.

          Wann die angekündigten Impfstoffe auf den Markt kommen sollen und worum es sich dabei konkret handelt, dazu machte er allerdings keine Angaben. Indien hat die größten Kapazitäten für Pharmaproduktion auf der Welt. Derzeit wird zum Beispiel auch der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astra-Zeneca in großen Mengen dort abgefüllt. Indien beliefert auch schon andere Länder wie Brasilien mit Impfstoff.

          „Wir haben die Welt vor einer Katastrophe bewahrt“

          Modi sparte auch sonst nicht mit Eigenlob. Er sprach davon, dass sein Land im Kampf gegen die Pandemie in den vergangenen Monaten große Erfolge haben erzielen können. Deshalb wolle er „eine Nachricht voller Hoffnung aussenden“. Als die Pandemie vor rund einem Jahr Indien erreichte, habe sein Land mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen gehabt. „Ein Tsunami von Infektionen“ sei Indien damals vorhergesagt worden, erinnerte sich Modi, von 180 Millionen Infizierten sei die Rede gewesen. „Es war verständlich, dass die Welt besorgt nach Indien blickte.“

          Mit diesen düsteren Prognosen habe man sich aber nicht zufrieden geben wollen. „Wir sind aktiv geworden“, sagte Modi. Unter anderem habe man die Infrastruktur des Gesundheitswesens ausgebaut und dafür auf die technologischen Kapazitäten zurückgegriffen, um etwa die Testmöglichkeiten zu erhöhen und Infektionsketten nachzuvollziehen. Die Folge sei, dass die Infektionszahlen in Indien stark zurückgingen.

          „Wir haben die Welt vor einer Katastrophe bewahrt, in dem wir die Pandemie eindämmten“, befand Modi. Indien habe mittlerweile die größte Impfkampagne der Welt ausgerollt. In der ersten Phase würden gratis alle rund 30 Millionen Mitarbeiter des Gesundheitswesens geimpft. Innerhalb der ersten 12 Tage seien schon rund 2,3 Millionen Beschäftigte geimpft worden.

          Indien habe seine globale Verantwortung erfüllt in diesen Krisenzeiten, sagte Modi und versprach, dass jeder Erfolg des Landes „der ganzen Welt zugute kommen“ werde. Vom Gastgeber des Weltwirtschaftsforums Klaus Schwab gab es dazu artiges Lob. Nachfragen von Journalisten waren dagegen nicht möglich.

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