https://www.faz.net/-gqe-9huci

Im Brexitjahr : Indien könnte 2019 britische Volkswirtschaft überholen

  • Aktualisiert am

Queen Elizabeth II. überreicht einem jungen Inder einen Preis. Bild: dpa

Die Volkswirtschaft der ehemaligen Kolonie überholt ausgerechnet im Brexitjahr die der einstigen Kolonialherren, berechnet eine Beratungsgesellschaft. Britische Unternehmen sehen derweil „mit Schrecken“ auf einen ungeordneten Brexit.

          Großbritanniens Wirtschaft könnte im Brexit-Jahr 2019 hinter Frankreich und die ehemalige Kolonie Indien zurückfallen. Davon geht die Beratungsgesellschaft PWC aus. Die jetzt fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt würde dann womöglich nur noch auf den siebten Rang kommen, teilte PwC mit. Das Ranking basiert auf dem Bruttoinlandsprodukt des Landes, gemessen in Dollar. Die britische Wirtschaft ist seit dem Votum für einen EU-Austritt im Jahr 2016 langsamer gewachsen. Zudem hat das Pfund zum Dollar deutlich an Wert verloren.

          PWC erwartet, dass Indien bald den fünften Platz übernehmen wird. Das Schwellenland liegt derzeit noch auf Rang sieben. Für 2019 rechnen Analysten aber mit einem Wirtschaftswachstum von 7,6 Prozent – viel mehr als in Industriestaaten. Frankreich dürfte dank eines etwas höheren Wachstums den sechsten Platz verteidigen und damit ebenfalls Großbritannien überholen. Sollte es zu einem ungeordneten Brexit kommen, könnte sich die britische Konjunktur sogar noch stärker als jetzt erwartet eintrüben.

          Britische Firmen am „Point of no Return“

          Derweil warnten Großbritanniens Unternehmen am Mittwoch vor den Schäden, die der Wirtschaft des Landes durch die Aussicht auf einen möglichen ungeordneten Brexit entstehen. Geschäfte jeder Größenordnung gerieten nun „an einen Punkt, an dem es kein Zurück gibt“ – dem „Point of no Return“, der die Wirtschaft lähme, warnten die fünf größten Handelsvertretungsgruppen des Landes in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch.

          „Mit Schrecken“ beobachteten Unternehmen das Gerangel der Abgeordneten über das Brexit-Abkommen von Premierministerin Theresa May. Angesichts dessen steige die Wahrscheinlichkeit eines „No-Deal“-Szenarios, eines ungeregelten Brexits Ende März 2019. In Vorbereitung darauf setzten nun viele Unternehmen Kontingenzpläne auf und pausierten oder verteilten Investitionen, die eigentlich „Produktivität, Innovationen, Jobs und Löhne“ im Land ankurbeln sollten. Niederlassungen, Fabriken und damit auch Arbeitsplätze und Steuereinkünfte wanderten damit aus Großbritannien ab, hieß es.

          Die Regierung intensiviere „verständlicherweise“ ihre No-Deal-Planungen, „aber es ist klar, dass einfach nicht genug Zeit ist, um schwerwiegende Verrenkungen und Erschütterungen in nur 100 Tagen zu verhindern“. Die Erklärung wurde unter anderem von der britischen Handelskammer, dem britischen Industrieverband und dem Verband der Kleinunternehmen unterzeichnet.

          Weitere Themen

          Das ist das teuerste Land Europas Video-Seite öffnen

          17 Euro für eine Pizza : Das ist das teuerste Land Europas

          Für eine Einzimmerwohnung in Reykjavik werden durchschnittlich 1300 Euro fällig, für eine Pizza zahlt man 17 Euro und selbst eine Flasche Bier kostet sieben Euro – das Leben in Island ist eindeutig nichts für Sparfüchse.

          Die Pensionslasten steigen um 70 Milliarden Euro

          Beamte im Ruhestand : Die Pensionslasten steigen um 70 Milliarden Euro

          Den Bund kommen die Gehälter und Beihilfen für seine Beamten im Ruhestand immer teurer zu stehen. Inzwischen rechnet er mit einem Betrag von deutlich mehr als 700 Milliarden Euro. Darunter leiden vor allem die Länder.

          Topmeldungen

          Engpass bei Medikamenten : Wenn die Arznei nicht mehr zu haben ist

          Patienten im Rhein-Main-Gebiet bekommen immer häufiger nicht ihre benötigten Medikamente. Apotheker müssen manche Kunden aufgrund von Lieferengpässen wegschicken. Doch das Problem ist längst nicht mehr nur regional.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.