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Indien in der Krise : Modi sieht Corona-Krise auch als Chance

  • -Aktualisiert am

Narendra Modi ist seit Mai 2014 amtierender Premierminister Indiens. Bild: AP

Der indische Ministerpräsident Narendra Modi sieht in der Corona-Krise auch eine Chance für Indien: Die Exporte sollen weiter steigen, das Land unabhängiger vom Ausland werden. Doch die Arbeitslosenzahlen steigen weiter an.

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          Trotz der wachsenden Probleme Indiens in der Corona-Krise sieht der Ministerpräsident auch die Gelegenheit, den Einfluss seines Landes zu stärken. Während die Zahl der Arbeitslosen durch die Decke schießt, hofft Narendra Modi darauf, die indische Fertigung und den Export dauerhaft zu steigern. Auf der anderen Seite solle die drittgrößte Volkswirtschaft Asiens unabhängiger vom Ausland werden: „Die Krise ist auch eine Gelegenheit, um ‚Make-in-India‘ zu fördern und die Abhängigkeit von anderen Ländern zu mindern“, sagte Modi. Seine Kampagne, die er während der Hannover-Messe 2015 eingeführt hatte, war darauf angelegt, Indern mehr Arbeit zu verschaffen – auch in normalen Zeiten muss die indische Regierung jährlich rund 12 Millionen neuer Stellen schaffen.

          Modi kündigte zeitgleich an, die Gehälter all ihrer Mitglieder und der Parlamentarier für ein Jahr um 30 Prozent zu streichen. Das gesparte Geld fließt an einen Hilfsfonds. Die Pensionen und Zulagen der Minister bleiben von der Entscheidung unberührt. Am Montagabend zählte das Land mit seinen fast 1,4 Milliarden Menschen offiziell knapp 4300 Coronafälle.

          Ein Land im Koma

          Indiens Arbeiter leiden schwer unter dem Koma, in das Modi das Land über Nacht vor heute 14 Tagen versetzt hatte. Die Arbeitslosenquote, die die Analysten von CMIE ermittelten, ist in den vergangenen Tage auf fast 31 Prozent in den Städten gestiegen. Die Quote auf dem Subkontinent ist schon jetzt auf gut 23 Prozent geschossen. Mitte März betrug sie noch 8,4 Prozent. In den zwei Wochen, seitdem die Regierung ein weitgehendes Ausgehverbot über ihr Land verhängt hat, haben rund 50 Millionen Menschen zusätzlich ihre Arbeit verloren. Zum Vergleich: Allein in New York haben sich rund zehn Millionen Menschen in den vergangenen zwei Wochen arbeitslos gemeldet. Knapp 90 Prozent der Inder arbeiten in der informellen Wirtschaft, ohne Verträge oder Versicherungen. Aus den abgelegenen Dörfern gibt es immer mehr Berichte, dass den Menschen die Versorgung mit Lebensmitteln nicht ausreichte.

          Modi wies sein Kabinett schon jetzt an, einen Wirtschaftsplan für das Abklingen der Krise zu erarbeiten. Er betonte dabei, dass Indien aufgrund von Corona nun bessere Exportbedingungen vorfinden werde: Die Minister sollten neue Sektoren und zusätzliche Länder für die Ausfuhr finden und sie auf die Nach-Krisen-Zeit vorbereiten. Das Land müsse sich strategisch wie im Krieg auf die Folgen der Krise aufstellen, warnte der Ministerpräsident des zweitgrößten Landes der Erde. „Unser Land muss seine Abhängigkeit von anderen Nationen verringern“, sagte Modi. „Die Krise bietet die Chance, im Medizinsektor eigenständig zu werden.“ Gerade sicherte Modi dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu, dessen Land mit Medikamentenlieferungen zu unterstützen.

          Längere Ausgangssperren?

          Zugleich bereitet Modi ein Ende der 21-tägigen Ausgehsperre mit ihren drastischen Folgen vor: „Jetzt sollte mit einem schrittweisen Plan für die langsame Öffnung von Teilen des Landes ohne Krisenherde begonnen werden“, forderte der Ministerpräsident. Hier allerdings stößt er auf Gegenwind: Der Ministerpräsident des jungen Landes Telangana forderte eine Verlängerung der drastischen Ausgangssperre um ein oder zwei Wochen, über den 21. April hinaus: „Wir können die Wirtschaft anschließend noch aufbauen. In der gegenwärtigen Lage und aufgrund von Indiens schwacher Infrastruktur des Gesundheitswesens auf der einen, dem Heer der Arbeiter auf der anderen Seite, bleibt uns keine andere Waffe“, sagte K. Chandrasekhar Rao.

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