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Mangel an Berufskraftfahrern : Das Führerhaus ist nur schwer zu besetzen

  • -Aktualisiert am

Viele dieser Lkw-Führerhäuser könnten in Zukunft leer bleiben. Bild: dpa

In der Speditionsbranche herrscht Personalmangel. In Deutschland fehlen etwa 50.000 Berufskraftfahrer. Das hat auch etwas mit der Aussetzung der Wehrpflicht zu tun.

          Die Zeiten für Spediteure und Logistiker sind gut. Da die Wirtschaft immer noch rundläuft, müssen sehr viele Waren transportiert werden. Dazu sind Lastwagen notwendig und natürlich Fahrer. Doch die Lastwagenlenker sind Mangelware in Deutschland und werden deshalb händeringend gesucht. Es fehlen rund 50.000 Berufskraftfahrer in Deutschland, wie Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher vom Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), mitteilt.

          Um die Lücke zu schließen, setzt die Branche unter anderem auf Ausbildung. Das mittelständische Speditionsunternehmen Alfred Schuon GmbH mit Sitz im baden-württembergischen Haitersbach bietet neben der klassischen dreijährigen Ausbildung künftig gleichfalls ein Modell an, um auf bestimmte Zielgruppen zuzugehen.

          „Wir setzen gezielt auf Hauptschüler, denn bei vielen von ihnen ist das Interesse für den Job da. Sie entscheiden sich nur deshalb für einen anderen Beruf, weil sie zu jung sind, um den Führerschein zu machen“, sagt Ausbildungsleiter Martin Birkle. Die jungen Leute sind normalerweise erst 15 oder 16 Jahre alt. Das kombinierte Ausbildungsangebot sieht zunächst die reguläre zweijährige Lehre zum Fachlageristen vor und anschließend die zweijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Die übliche Ausbildungsdauer für diesen Beruf wird um ein Jahr verkürzt.

          Schlechte Organisation macht Fahrern das Leben schwer

          Das Familienunternehmen Schuon-Gruppe, mit rund 500 Mitarbeitern, davon mehr als 400 Fahrern, beschäftigt derzeit drei angehende Berufskraftfahrer, ausgebildet werden können aber bis zu sechs junge Leute. Das Unternehmen will mit dem neuen Angebot nicht nur auf Zeit gewinnen. Gleichzeitig soll die Übernahme der Kosten für den Auto- und Lastwagenführerschein einen Anreiz für Bewerber schaffen, sich für das Unternehmen als Arbeitgeber zu entscheiden. Ausbildungsleiter Birkle beziffert allein die Kosten für den Lastwagenführerschein auf bis zu 5000 Euro.

          In Deutschland sind Ende 2017 mehr als 565.000 Fahrer sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen. Das Ansehen des Berufs ist nicht das beste. Dafür werden vielfältige Gründe genannt. Hendrik Jansen, Mitgeschäftsführer der Dachser Service und Ausbildungs GmbH, nennt einen wichtigen Punkt: „Auch das Thema Arbeitszeiten verstärkt das schlechte Image des Fahrerberufs.“

          Und BGL-Vorstandssprecher Engelhardt sagt, ebenso machten oftmals schlechte organisatorische Zustände an den Be- und Entladerampen den betroffenen Fahrern das Leben schwer. „Das beginnt bei unkalkulierbar langen Wartezeiten, geht über zeit- und kostenintensive Probleme beim Palettentausch bis zu – vor allem für Lkw-Fahrerinnen – teils unzumutbaren hygienischen Zuständen und endet keineswegs bei unzureichend ausgeprägten menschlichen Umgangsformen.“ Überdies müsse verstärkt gegen den ebenfalls seit Jahren bestehenden Parkplatzmangel vorgegangen werden.

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