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Mangel an Berufskraftfahrern : Das Führerhaus ist nur schwer zu besetzen

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Speditionen suchen Personal im Ausland

Mit Aussetzung der Wehrpflicht im Jahre 2011 ist die Bundeswehr als große Ausbildungsinstitution für Berufskraftfahrer praktisch weggefallen. In der Vergangenheit bildete sie etwa 15.000 Fahrer im Jahr aus, wie Engelhardt berichtet. „Auch wenn nicht jeder davon im Zivilberuf Lkw-Fahrer wurde, so haben doch viele als Student oder anderweitig hinter dem Lkw-Lenkrad gesessen.“ Dieses Reservoir sei mittlerweile so gut wie erschöpft, weil die Bundeswehr kaum noch Lastwagenfahrer ausbilde und viele Transportleistungen an zivile Firmen vergebe.

Wenn es nicht genügend Kräfte im Inland gibt, versuchen die Speditionen, im Ausland fündig zu werden. So auch der Mittelständler Schuon. Sandra Grimm, Geschäftsführerin der im Jahr 2013 gegründeten Personal-Service GmbH des Familienunternehmens, sagt, über die eigene Niederlassung in Ungarn kämen die entsprechenden Fahrerkontakte. „Sie arbeiten dann drei Wochen am Stück und fahren anschließend eine Woche in den Heimaturlaub zurück.“ Schuon organisiere zugleich die Hin- und Rückfahrten nach Ungarn.

Das Volumen der Güter auf den Straßen nimmt stetig zu. Der BGL-Vorstandssprecher verweist auf eine Prognose des zuständigen Bundesamtes für Güterverkehr, wonach für das Jahr 2018 im Straßengüterverkehr mit einem Anstieg der Verkehrsleistung um 3,4 Prozent auf 507,9 Milliarden Tonnenkilometern gerechnet wird. Im Transportgewerbe herrscht ein starker Preiskampf. Die Schuon-Verantwortliche Grimm sagt: „Der Kostendruck in der Branche ist da. Vor allem durch die osteuropäischen Speditionen.“ Für die Fahrer ausländischer Speditionen und Transportunternehmen in Deutschland gilt nach wie vor die Mindestlohnpflicht. „Nur für die Transitverkehre durch Deutschland sind lediglich Kontrolle und Ahndung ausgesetzt“, sagt BGL-Vorstandssprecher Engelhardt.

„Maschine funktioniert nicht ohne den Menschen“

Er verweist darauf, dass der Mindestlohn für die Mitgliedsunternehmen von jeher von untergeordneter Bedeutung gewesen sei, da dort in der Regel nach Tarif bezahlt werden müsse und die Tariflöhne schon vor der Einführung des Mindestlohnes über dessen Niveau lagen. Bei nicht tarifgebundenen Unternehmen möge dies im Einzelfall anders gewesen sein. „Aufgrund des sich seit Jahren immer mehr zuspitzenden Fahrermangels spielt der Mindestlohn jedoch auch dort keine Rolle mehr, da nach unseren Erkenntnissen höhere Löhne gezahlt werden.“

Auch in Zeiten, in denen über das autonome Fahren gesprochen wird, wird der Mann oder die Frau in der Kabine gebraucht. Da sind sich alle Verantwortlichen sicher. Dachser-Manager Jansen meint dazu: „Der Beruf des Kraftfahrers ist ein verantwortungsvoller und vielschichtiger Beruf, der auch zukünftig große Bedeutung für die Branche haben wird: Die Logistik wird immer Fahrer benötigen.“ Möglicherweise würden sie nicht mehr den Lastwagen auf der Autobahn lenken, aber es blieben viele andere Funktionen, etwa an der Rampe oder beim Kunden. „Die Maschine funktioniert im wahren Leben nicht ohne den Menschen, auch nicht beim autonomen Fahren und in der Logistik.“ In Zukunft würden sich die Fahrer noch stärker mit der Technik und digitalen Anwendungen beschäftigen, die umgedreht den Fahrerberuf noch stärker aufwerten würden.

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