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Energiekrise : Der Preis des Lichts

Hier wird Strom verbraucht: Lichter in einem Wohnhaus in Frankfurt (Archivfoto) Bild: AP

Neue Regeln für den Strom und ein Deckel für das Gas: In der Energiekrise greift die Politik in die Preisbildung ein. Wird daraus ein neuer Trend?

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          Es ist ja nicht so, dass die Welt über ihre Preise noch nie diskutiert hätte. Ob Preise richtig sind oder nicht – darüber streitet die Menschheit schon seit Jahrhunderten, mindestens. Als „iustum pretium“ kannten schon die alten Römer den Begriff vom „gerechten Preis“, der in Gerichtsprozessen eine Rolle spielt.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Auch in den vergangenen Jahrzehnten gab es genügend Fälle, in denen der eine oder andere mit den Preisen unzufrieden war. Der Milchpreis? Der war im Zweifel immer zu niedrig, die Bauern ärgerten sich alle paar Jahre darüber, dass sie von diesen Preisen nun wirklich ihre Kühe nicht finanzieren konnten – während der Verbraucher weiterhin ungerührt die günstigste Milch nahm, die der Discounter im Angebot hatte. Die Flüge waren auch immer zu billig, so hieß es vor Corona: Wer für so wenig Geld so oft durch Europa fliegt, der schadet der Umwelt übermäßig. Der Benzinpreis dagegen, den fand Deutschland im Zweifel immer zu hoch. Doch so teuer der Sprit auch wurde, so billig der 19-Euro-Flug nach Malaga auch blieb – eines geschah fast nie: dass der Staat sich direkt in die Preise einmischte.

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