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Weltwirtschaftsforum : So viel Unsicherheit war selten

Eine Anwohnerin betritt ihr durch Beschuss zerstörtes Haus in Borodyanka, Ukraine. Bild: dpa

Olaf Scholz hat in Davos die Vision einer multipolaren Weltordnung skizziert. Darin gehen wirtschaftlicher und technischer Fortschritt Hand in Hand mit Gleichberechtigung und Respekt. Doch die Realität sieht häufig anders aus.

          6 Min.

          Die Weltpolitik und die Weltwirtschaft befinden sich in einer Unordnung, die jenseits der Erkenntnis, dass sich die Weltgeschichte an einem Wendepunkt befinden könnte, keine belastbaren Schlüsse über die Zukunft gestattet. Dieses Fazit lässt sich am Ende des diesjährigen Weltwirtschaftsforums ziehen – ein Fazit, das so ganz im Widerspruch zum düsteren Geraune von Verschwörungstheoretikern steht, die hinter dem Treffen in Davos finstere Mächte sehen, die am Umbau der Welt nach einem festen Plan arbeiten. Die Wahrheit lautet: So viel Unsicherheit war selten.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          Im eher visionären Teil seiner Davoser Rede hatte Bundeskanzler Olaf Scholz das Bild einer dem Nationalismus entsagenden, von Recht und Regeln geleiteten multipolaren Welt skizziert. In dieser Welt gehen wirtschaftlicher und technischer Fortschritt Hand in Hand mit Gleichberechtigung, Respekt und Gemeinsinn sowie der Bereitschaft, Nachhaltigkeit und Resilienz zu fördern, um den Planeten künftigen Generationen in einem möglichst guten Zustand zu übergeben. Das sind die Visionen, die man in Davos gerne hört, und so zeigte sich Klaus Schwab, der Gründer und Macher des Forums, von der „Grundsatzrede“ des Kanzlers sichtlich angetan.

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