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Gegen Corona-Infektion : Eine Million Chinesen schon geimpft

Ein Mitarbeiter prüft Ampullen des Corona-Impfstoffs von SinoVac. Bild: AP

Peking testet einen Impfstoff ohne vorherige klinische Tests an Beamten und in Staatsbetrieben. Schon im November könnte China das Mittel offiziell freigeben – mit deutscher Hilfe.

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          Die Managerin einer Schanghaier Staatsbank beschleicht ein ungutes Gefühl, wenn sie daran denkt, wie sie und ihre Kollegen vor ein paar Wochen in den großen Versammlungssaal gerufen worden sind. Der Impfstoff des Pekinger Staatskonzerns Sinopharm sei eingetroffen, hatte die Leitung des Geldhauses zuvor in einer Rundmail geschrieben. Die Bankangestellten hätten das Glück, sich früher als die Masse der Bevölkerung vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen zu lassen – und das auch noch auf Kosten der Bank. Normalerweise veranschlage Sinopharm für die beiden notwendigen Spritzen je Person einen Preis von rund 1000 Yuan (125 Euro). Nach der Behandlung wirke das Medikament zwischen 2 und 3 Jahre lang.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Möglicherweise. Denn sicher ist das nicht. Der Impfstoff der China National Pharmaceutical Group, wie Sinopharm mit offiziellem Namen heißt, befindet sich noch in der so genannten Phase 3, der klinischen Erprobung. Mitte September hatte das Unternehmen gegenüber chinesischen Medien verkündet, dass es den Impfstoff trotzdem seit Juli schon 350.000 Menschen verabreicht hätte. Darunter befinden sich junge Chinesen, die an ausländischen Universitäten studieren, und Manager von Staatsunternehmen mit Standort im Ausland.

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