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Unsicherheit bei Astra-Zeneca : Freiwillig ins Impfrisiko?

In Verruf geraten: der Impfstoff von Astra-Zeneca Bild: AFP

Bisher teilt die Europäische Arzneimittelbehörde die Bedenken um das Vakzin des Herstellers Astra-Zeneca nicht. Nichtsdestotrotz darf der Impfstoff hierzulande vorerst nicht zum Einsatz kommen. Dagegen regt sich Widerstand.

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          Der Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astra-Zeneca hatte in Deutschland keinen leichten Start: Unsicherheiten über die Wirksamkeit bei Senioren, Berichte über heftige Impfreaktionen und nun auch noch die Befürchtung schwerer Nebenwirkungen in seltenen Fällen. Die Entscheidung des Bundesgesundheitsministeriums, bis auf weiteres die Impfungen mit dem Vakzin auszusetzen, ist der vorläufige Höhepunkt in einer ganzen Reihe von Zweifeln. Das mag die Impfbereitschaft einer ohnehin nicht gerade überschwänglichen Bevölkerung schmälern, doch umgekehrt gibt es viele, die den Nutzen des Impfstoffs angesichts einer globalen Pandemie mit Millionen von Todesopfern höher bewerten.

          Corinna Budras
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Nicht zuletzt der SPD-Politiker und engagierte Corona-Warner Karl Lauterbach erklärte am Dienstag im Deutschlandfunk unerschrocken, ein Zusammenhang zwischen der Impfung und der beobachteten schwerwiegenden Hirnvenen-Thrombose sei zwar durchaus plausibel – inzwischen gibt es Berichte von mindestens sieben Erkrankungen mit drei tödlichen Verläufen. Gemessen an den großen Gefahren des Coronavirus, würde er sich aber trotzdem „auf jeden Fall“ impfen lassen. Unverblümter ging es in den sozialen Medien zu, wo intensiv die Frage diskutiert wurde, ob der aufklärte Bürger im Lichte der bisherigen Erkenntnisse nicht selbst entscheiden könne, welche Risiken er für eine Impfung in Kauf nehmen würde. Das Bekenntnis „Ich würde #AstraZeneca sofort nehmen“ macht auf Twitter die Runde. Forsch wurde gefragt: „Wo lagert das Zeug?“

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