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Filmreifes Leben : Der Mann, der Bill Gates vom Impfen überzeugt hat

Tore Godal, geboren 1939 im Bergdorf Raudal. „Kein anderer Norweger unserer Zeit hat so viele Menschenleben wie er gerettet“, sagt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Bild: mauritius images / Orjan Ellingv

Der Tropenarzt Tore Godal hat einst den Microsoft-Gründer dazu überredet, sein Geld fürs Impfen zu spenden. Jetzt sammelt er wieder Milliarden – für den Kampf gegen das Coronavirus und andere Krankheitserreger.

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          Tore Godal war eigentlich schon in Rente, als er 1999 den vermutlich wichtigsten Brief seines Lebens abschickte. Fünf Seiten, adressiert an Microsoft-Gründer Bill Gates, damals der reichste Mann der Welt. Betreff: Aufbau einer Hilfsorganisation zur Versorgung armer Länder mit Impfstoffen gegen Krankheiten wie Masern und Hepatitis. 750 Millionen Dollar wären als Startkapital nötig, schrieb Godal, der von Weltbank und Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Ruhestand geholt worden war.

          Sebastian Balzter
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Vier Wochen später kam die Zusage. Seitdem hat die „Global Alliance for Vaccines and Immunisation“, kurz Gavi, gut 20 Milliarden Dollar von Stiftern und Staaten eingesammelt. 760 Millionen Kinder sind geimpft worden. Hochrechnungen zufolge wären 13 Millionen von ihnen sonst vor ihrem fünften Geburtstag an einer lebensbedrohlichen, aber vermeidbaren Infektion gestorben.

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