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Impfstoffproduktion : Reservefabriken für das nächste Virus

Wichtige Aufgabe: Im Werk des Impfstoffherstellers IDT Biologika in Dessau. Bild: AFP

Zumindest in Zukunft soll es nicht mehr an Produktionskapazitäten für Impfstoffe mangeln. Die Bundesregierung will erreichen, dass die Pharmaindustrie einen Puffer für Milliarden von Impfdosen aufbaut.

  • -Aktualisiert am
          3 Min.

          Als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in ihrer Regierungserklärung auf das Thema Impfstoffe zu sprechen kam, da klang sie ziemlich ernüchtert. Die Vereinigten Staaten exportierten nicht, die Briten fertigten für Großbritannien. „Wir sind auf das angewiesen, was in Europa produziert werden kann“, konstatierte Merkel. Und das ist bekanntlich weitaus weniger, als für eine schnelle Immunisierung der Bürger gegen das Coronavirus nötig wäre. Die Bundesregierung will nun zumindest künftig solche Engpässe vermeiden. Nach dem Willen des Bundeswirtschaftsministeriums sollen die Unternehmen in großem Stil Kapazitäten für die Impfstoffproduktion aufbauen.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          „Wir brauchen dauerhaft größere Produktionskapazitäten für Impfstoffe“, sagte der Leiter der neuen Taskforce zur Impfstoffproduktion, Christoph Krupp, im Gespräch mit der F.A.Z. Dies sei sowohl wegen der Corona-Auffrischimpfungen nötig als auch für den Fall neuer Pandemien. „Wir reden deshalb mit den Unternehmen auch über den Aufbau einer Reservekapazität.“ Ziel sei es, dass in einem Quartal so viele Dosen zusätzlich produziert werden könnten, um alle Europäer einmal zu impfen. „Das wären 500 Millionen Impfdosen in einem Quartal, 2 Milliarden Impfdosen im Jahr“, rechnet Krupp vor. „Das neue Biontech-Werk in Marburg hat eine Kapazität von etwa 750 Millionen Dosen im Jahr. Rein rechnerisch brauchen wir also ungefähr drei solcher Werke zusätzlich in Europa.“

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