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Impfstart in Deutschland : Warum so viele Pflegekräfte die Impfungen scheuen

Noch sind sie voll, die begehrten Spritzen: Corona-Impfung dreier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Uniklinikum Frankfurt Bild: Michael Braunschädel

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus in Deutschland läuft derzeit nur schleppend an. Ausgerechnet Heim- und Klinikmitarbeiter halten sich bisher zurück. Zum Teil geben Kliniken die Dosen sogar zurück.

          3 Min.

          Im Kampf gegen die Corona-Pandemie ruhen alle Hoffnungen auf den Impfungen: Essen gehen, Kino und Theater, Partys – all das wird wohl erst wieder möglich sein, wenn weite Teile der Bevölkerung immun gegen schwere Krankheitsverläufe sind. Gleiches gilt für die Erholung der Wirtschaft. Der Lockdown koste jede Woche 3,5 bis 5 Milliarden Euro, mahnte Michael Hüther, der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, am Dienstag. Er forderte, das Impfen müsse so schnell wie möglich vorankommen, am besten Tag und Nacht.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Allerdings zeichnet sich anderthalb Wochen nach dem Impfstart in Deutschland ab, dass die Impfbereitschaft ausgerechnet unter denjenigen gering ausfällt, die Tag für Tag erleben, welch schlimme Folgen eine Corona-Infektion haben kann: dem Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) zeigte sich am Dienstag im „Deutschlandfunk“ alarmiert, dass sich in manchen Krankenhäusern in seinem Bundesland bislang nur rund ein Drittel der Beschäftigten impfen lassen wolle. Wenn das so weitergehe, „dann haben wir ein Problem, und zwar ein handfestes, weil wir dann nämlich an die Grenzen dessen kommen, was wir im Gesundheitswesen noch leisten können“. Thüringen hatte seine ersten Lieferungen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer vorrangig Mitarbeitern im Gesundheitswesen angeboten. Zum Teil würden die Kliniken die Dosen jedoch sogar zurückgeben, sagte Ramelow.

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