https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/impfauskunft-bei-arbeitgeber-verlierer-ist-der-infektionsschutz-17515676.html

Impfauskunft in Betrieben : Verlierer ist der Infektionsschutz

Hier ist der Fall klar: Ein Opel-Mitarbeiter wartet am ersten Tag der Betriebsimpfungen gegen das Coronavirus im Impfzentrum auf dem Werksgelände des Autoherstellers. Bild: dpa

Bei der Frage, ob ein Chef den Impfstatus seiner Beschäftigten erfragen darf, tragen SPD und Gewerkschaften den Sieg davon. Im Sinne der Beschäftigen ist das nicht.

          1 Min.

          Besser wenig als nichts, ist das Beste, was man zu dem Kompromiss sagen kann, den Union und SPD beim Auskunftsrecht über den Impfstatus von Beschäftigen eingegangen sind. Vom Tisch ist der Wunsch der Union, dass während einer Pandemie möglichst viele Unternehmen Zugriff darauf erhalten müssten.

          Die SPD argumentierte indes, Gesundheitsdaten hätten in der Personalakte nichts verloren. Jetzt hat man sich geeinigt, dass die Offenlegungspflichten nur für Bildungs- und Betreuungsberufe gelten.

          Die Haltung der SPD ist nachvollziehbar, das höhere Gut des Gesundheitsschutzes gebietet aber Ausnahmen in Notzeiten wie diesen. Es wird akzeptiert, dass Gäste für eine Stunde Barbesuch ihren Status nachweisen müssen, dann sollte das auch für acht Stunden Arbeitszeit möglich sein.

          Es ist absurd, dass der betriebliche Gesundheitsschutz den Impf- oder Genesenenstatus berücksichtigen soll, um Kollegen, Kunden, Geschäftspartner zu schützen  – diese Daten aber nicht abfragen darf.

          Hier tun sich alte Fronten auf: Union und Arbeitgeber auf der einen, Gewerkschaft und SPD auf der anderen Seite. Gewonnen in diesem Konflikt hat die linke Seite, die auch im Wahlkampf vorn liegt. Der Infektionsschutz aber hat verloren.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Weitere Themen

          Last Exit Moldau

          FAZ Plus Artikel: Krieg und Getreidekrise : Last Exit Moldau

          Der Krieg in der Ukraine bringt viel durcheinander, auch die Transportwege im Südosten Europas. Nicht nur die Grenzarbeiter in Moldau und Rumänien sind überfordert mit der aktuellen Situation.

          Topmeldungen

          „Tatort“ aus Mainz : Sie springen hin und her in der Zeit

          Eine reiche Seniorin, deren beste Freundin mit einem sehr vorzeigbaren Ex-Häftling liiert ist, kommt ums Leben. Wurde ihr diese Verbindung zum Verhängnis? Im „Tatort: In seinen Augen“ scheint lange alles möglich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.