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Finanzierungsvermittler : Immobilienzinsen auf Elfjahreshoch

  • Aktualisiert am

Bauvorhaben zu finanzieren, wird derzeit immer teurer. Bild: dpa

Verbraucher müssen für Immobilienkredite nun fast 4 Prozent Zinsen zahlen. Allein der Zinsanstieg der vergangenen Wochen kann eine Mehrbelastung von mehr als 100 Euro im Monat ausmachen.

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          Die Zinsen für Immobilienkredite sind nach Daten des Finanzierungsvermittlers Interhyp mit annähernd 4 Prozent auf den höchsten Wert seit dem Jahr 2011 gestiegen. Ein zehnjähriges Standarddarlehen wurde demnach vor dem Wochenende mit 3,98 Prozent verzinst, wie das Münchner Unternehmen mitteilte. Interhyp rechnet damit, dass die 4-Prozent-Schwelle demnächst überschritten wird.

          „Dass die Zinsen zeitnah wieder spürbar sinken werden, ist unwahrscheinlich“, sagte Mirjam Mohr, die für das Privatkundengeschäft zuständige Vorständin. An der gesamtwirtschaftlichen Gemengelage aus gestiegener Inflation, gestraffter Geldpolitik der EZB und hohen Renditen für deutsche Staatsanleihen werde sich in den nächsten Wochen und Monaten vermutlich nichts ändern. „Deshalb erwarten wir weiterhin moderat steigende Zinsen.“

          Die rapide Verteuerung der Immobilienzinsen seit Jahresbeginn hat auch viele Fachleute in der Immobilienbranche überrascht – im Februar lag der Durchschnittszins für ein zehnjähriges Darlehen noch bei etwas über einem Prozent, im Juni schon bei über 3 Prozent. In der ersten Jahreshälfte war die Nachfrage nach Immobilienkrediten noch hoch, doch ist diese seit dem Sommer spürbar zurückgegangen.

          Der Zinsanstieg der vergangenen Wochen von 3,5 auf 4 Prozent kann für Käufer schon eine monatliche Mehrbelastung von deutlich über 100 Euro bedeuten. Laut Interhyp-Rechenbeispiel liegt die monatliche Rate bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro, 50.000 Euro Eigenkapital, Tilgung von 2 Prozent und einem Zinssatz von 3,5 Prozent bei 1705 Euro. Bei einem Zinssatz von 4 Prozent sind es demnach bereits 1860 Euro.

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