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Immobilienmesse in Cannes : Vorhang auf für die Mipim

  • -Aktualisiert am

Cannes präsentiert sich wieder als Laufsteg für die Vertreter aus der gesamten Immobilienwelt Bild: AFP

In Cannes öffnet die Immobilienmesse Mipim ihre Tore. In diesem Jahr bieten sich noch gigantischere Investitionsmöglichkeiten als je zuvor. Denn überall auf der Welt entstehen neue Städte.

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          Vom 11. bis 14. März öffnen sich in Cannes die Tore zu einer der größten Gewerbeimmobilienmessen der Welt. In diesem Jahr werden 28.000 Teilnehmer aus mehr als 80 Ländern auf der Mipim erwartet - ein Besucherrekord. Angemeldet haben sich auch 140 Stadtoberhäupter aus 25 Ländern, 800 Vorstände und Geschäftsführer internationaler Unternehmen und 110 der bekanntesten Hotelgruppen der Welt.

          Aus Amerika reisen Vertreter aus 1700 Unternehmen nach Cannes, aus Frankreich 1200, aus Deutschland 720 und aus Russland 488. Deutschland wartet sogar mit dem Bundeswirtschafts- und dem Umweltministerium auf. 43 Konferenzen mit 160 Vortragenden sind angesagt; und das Heer an Journalisten ist unübersehbar.

          Jede Menge neue Städte entstehen

          Die Möglichkeiten für Investitionen erscheinen in diesem Jahr gigantisch: Rund um den Globus werden zahlreiche neue Städte gebaut - überwiegend nach neuestem technischen Standard, umweltschonend und energieeffizient. Alte Quartiere werden abgerissen oder revitalisiert.

          Der „Berliner Bogen”, ein gläserner Bau ohne Ecken und Kanten am Berliner Tor in Hamburg. Das Gebäude gewann 2003 auf der Mipim den ersten Preis für Bürogebäude

          Städteplaner, Architekten, Projektentwickler, Ingenieure, Berater und Finanzinstitute haben selten zuvor ein so außergewöhnlich reichhaltiges Betätigungsfeld vorgefunden. Wer in Cannes Projekte, Modelle, Stadtplanungen und Präsentationen betrachtet, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus und vergisst die Krise auf den Finanzmärkten.

          Immobilien versprechen Stabilität

          „Gerade in unruhigen Zeiten auf den Kapitalmärkten sind Immobilien ein stabilisierender Faktor in jedem Portfolio“, sagt Klaus Trescher, Aufsichtsratsvorsitzender Pramerica Real Estate Investors. So nutzten liquiditätsstarke Staatsfonds aus arabischen Ländern und Fernost die Turbulenzen, um sich mit Immobilientrophäen mit langfristiger Werthaltigkeit einzudecken. Auch haben sie begonnen, auf die weit unter ihre Substanzwerte geratenen Immobilienaktien zu blicken.

          Nach den Höhenflügen der vergangenen Jahre beobachtet Trescher freilich eine Neubewertung von Risiken auf den Immobilienmärkten der Welt. Der Höhenflug ist beendet - es gibt erhebliche Schwankungen. „So sind in der City von London die Bürorenditen um 100 Basispunkte gestiegen - immerhin ein Wertverlust von 23 Prozent“, berichtet Trescher.

          Auch in Madrid, Barcelona und Dublin erwartet er Preisanpassungen. Damit werde Deutschland für antizyklisch orientierte Investoren weniger interessant. „Wieso sollten internationale Investoren bereit sein, in München oder Frankfurt höhere Preise zu zahlen als in London?“, gibt Trescher zu bedenken. Stattdessen beginnen sich international ausgerichtete Großanleger auf die Immobilienmärkte in Fernost zu konzentrieren. Hier liegt erhebliches Preissteigerungspotential durch Mietwachstum.

          Wachstum in China und Indien

          Das berichtet auch Michael Montebaur, Vorstandsmitglied der Union Investment Real Estate AG. Vor allem vom Wachstum in China und Indien werde eine Hebelwirkung auf das Wirtschaftsgefüge in der Welt ausgehen. Längst suchen auch Thailand, Vietnam und Malaysia Anschluss an die reifen Märkte.

          In der Gunst gestiegen sind auch die sich entwickelnden Immobilienmärkte von Bulgarien, Rumänien und der Türkei. Im Blickfeld liegt auch Russland, das mit hohen Renditen internationale Kapital lockt. „In Russland sind moderne Immobilien mit großräumigen Flächen knapp, so dass sich Projektentwicklungen anbieten“, sagt Norbert Kickum von der Aareal Bank. Interesse weckten ganz allmählich nun auch Mexiko und Lateinamerika. Investitionschancen - attraktiv und auch riskant - würden sich reichlich bieten. An Investitionskapital mangelt es nicht. Auf der Mipim ist die Bankenkrise jedenfalls kein domonierendes Thema.

          Die erste CO2-freie Stadt der Welt
          Die Immobilienmesse Mipim in Cannes, hat das Themas „green buildings“ auf die Tagesordnung gesetzt, denn die Bewertung großer Immobilienbestände beginnt nun auch von deren Energie- und Umweltqualität beeinflusst zu werden.

          Für das spektakulärste Projekt aber sorgt Abu Dhabi. Es will die erste CO2-freie Stadt der Welt (Masdar) bauen, energieautark durch Solartechnik; ein Projekt von Lord Norman Foster, mit Recyclingtechnik aus der Raumfahrt - ohne Müll. Und auf den Straßen sollen statt umweltschädlicher Autos Elektrocaddys fahren - gespeist durch Sonnenenergie.

          Nachdem der ehemalige amerikanische Vizepräsident Al Gore mit seinen Klimaprognosen den Nobelpreis errang, beginnen Umweltschutz und Energieeffizienz die Baustellen der Welt zu erobern - vor allem mit dem Öko-Label „Leed“ aus Amerika, das für „Leadership in Energie and Environmental Design“ steht - mit Silber-, Gold- und Platinstandards.

          Auch deutsche Ingenieure arbeiten mit „Leed“ und bedauern, dass Deutschland - führend in Energieeffizienz- und Umwelttechnik - nicht mit einem eigenen vom Bund geprägten Effizienz-Zertifikat „Made in Germany“ auftritt. (jfr.)

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