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Raus aus der Metropole : Warum es die Franzosen zurück in die Provinz zieht

Raus aus der Stadt! Das Dörfchen Zellenberg im Osten Frankreichs. Bild: AFP

Immer mehr Franzosen kehren der Hauptstadt seit der Pandemie den Rücken zu. Das Arbeiten aus dem Homeoffice begünstigt den Trend – und auch die Politik versucht ihn zu fördern.

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          Reihenhaus, Garten und 223 Quadratmeter zum Preis von 160.000 Euro, danach kann man in Paris lange suchen. In Chartres dagegen schmücken Angebote wie diese die Schaufenster der Maklerbüros. Deren Mitarbeiter sind gut ausgelastet und haben für einen Plausch nur wenig Zeit. Dass viele der Angebote angepriesen werden mit Slogans wie „Fünf Fußminuten bis zum Hauptbahnhof“, ist kein Zufall. Denn längst zieht es Hauptstädter nicht nur zum Bummeln zwischen Kathedrale und Fachwerkhäusern nach Chartres in der Beauce, Frankreichs Kornkammer.

          Niklas Záboji
          Wirtschaftskorrespondent in Paris

          Mit der Regionalexpress-Anbindung erfreut sich die eine Stunde südwestlich von Paris gelegene 40.000-Einwohner-Gemeinde einer wachsenden Beliebtheit – auch unter jenen, die genug haben von der dicht besiedelten Metropolregion Île-de-France mit ihren mehr als zwölf Millionen Menschen und die ihren Wohnsitz ganz oder zumindest teilweise verlegen wollen. Die Abwanderung vom Land, die in Frankreich genauso wie in Deutschland seit Langem zu beobachten ist, scheint in Chartres ein Stück weit gebremst. Der Kaufpreis für Wohnungen hat sich hier binnen zwölf Monaten um rund 4 Prozent erhöht. Wer ein Haus kaufen will, muss dafür je Quadratmeter sogar fast 7 Prozent mehr hinblättern als noch vor einem Jahr.

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