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Immobilienbranche : Ein Plus für Fertighäuser

Energetisch ganz vorn: Das neue Huf-Haus-Modell in der „Fertighauswelt Köln“ Bild: Birgit Ochs /F.A.Z.

Häuser, die mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen, sind der Trend in der Fertighausbranche. Niedrige Bauzinsen und Inflationsängste bescheren den Anbietern viele Aufträge.

          Das Extra ist geschickt verborgen. Auf den ersten Blick sieht das jüngste Huf-Haus-Modell genau so aus, wie ein Fachwerkbau aus den Produktionsstätten des Fertigbauers auszusehen hat: Groß, mit markanten Holzbalken, die die ansonsten weitgehend transparente Fassade gliedern, und einem ausgeprägten Satteldach. Doch so sehr das jüngste Vorzeigeobjekt anderen Eigenheimen aus dem Programm des Westerwälder Familienunternehmens auch gleicht, seinen Vorgängern ist es technisch voraus. Denn der Neubau, den Huf im Musterhauspark "Fertighauswelt Köln" in Frechen präsentiert, soll mehr Energie erzeugen, als für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom nötig sind.

          Birgit Ochs

          Verantwortliche Redakteurin für „Wohnen“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Damit ist das Huf Haus keine Ausnahme. Immer mehr Fertighausanbieter wie Baufritz, Fertighaus Weiss, Luxhaus oder Weber Haus werben mit diesem Gebäudetyp. Allein im erst wenige Wochen alten Frechener Musterhauspark gelten sechs der 18 ausgestellten Eigenheime als Energie-Plus-Häuser. Die Trendsetter entsprechen dem Standard eines Effizienzhauses 55 oder 40 - die so heißen, weil sie höchstens 55 beziehungsweise 40 Prozent der Heizenergie benötigen, die die aktuelle Energieeinsparverordnung für Neubauten zulässt. Diese Effizienzhäuser haben die Anbieter mit einer entsprechend großen Photovoltaikanlage zum autarken Stromproduzenten aufgerüstet, dessen Energie teils auch ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird.

          „Wir müssen Plus-Energie-Häuser bieten“

          Für sein Unternehmen sei es durchaus eine Herausforderung gewesen, ein solches Energiesparhaus zu entwickeln, da sich die gläserne Fassade nicht einfach in eine dicke Dämmschicht packen lasse, erläutert Unternehmenschef Georg Huf. "Schließlich kommen optische Kompromisse für uns nicht in Frage." Mit dem neuen Hausmodell, das den etwas sperrigen Namen "green (r)evolution Plus-Energiehaus" trägt, zeigt die Unternehmensgruppe, dass auch im Hochpreissegment des Fertigbaus energetische Hauskonzepte entscheidend sind.

          Einigen Herstellern fehlt der Mut, ihre Produktionskapazitäten auszubauen

          "Das Interesse der Kunden daran ist groß, wir müssen Plus-Energie-Häuser bieten", sagt Mathias Schäfer von der Geschäftsführung der Finger Haus GmbH. Er weist aber darauf hin, dass bei der konkreten Kaufentscheidung noch Zurückhaltung herrscht. Der Hersteller aus dem hessischen Ort Frankenberg nimmt für sich in Anspruch, innerhalb der Branche der Holzfertighaushersteller das Thema Energieeffizienz am konsequentesten umzusetzen. Der ohnehin experimentierfreudige Wettbewerber Schwörer Haus hat binnen eines guten Jahres schon sein zweites Energie-Plus-Haus auf den Markt gebracht.

          Umsätze der Holzfertigbauer steigen

          "Die Energiewende der Politik hat den Trend beschleunigt, jetzt will sich jeder als grüner Anbieter profilieren", lautet die Einschätzung der Baufritz-Geschäftsführerin Dagmar Fritz-Kramer. Das Unternehmen mit Sitz in Erkheim im Allgäu nennt sich selbst einen Ökohaus-Pionier, da seine Holzfertighäuser nicht nur eine gute Energiebilanz aufweisen sollen, sondern auch aus baubiologisch unbedenklichen und weitgehend wiederverwertbaren Materialien bestehen. Dieses Profil wolle man angesichts der sich zunehmend umweltbewusst gebenden Konkurrenz schärfen, kündigt die Unternehmenschefin an.

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