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Immobilien : Weniger Baugenehmigungen für Wohnungen

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Nach der Genehmigung: Baustelle in München-Pasing Bild: obs

Die Zahl der Genehmigungen für den Bau von Wohnungen ist im ersten Halbjahr zurückgegangen. Das Problem ist aber ein anderes.

          Die Zahl der Genehmigungen für den Bau neuer Wohnungen in Deutschland ist im ersten Halbjahr gesunken. Sie fiel zum Vorjahreszeitraum um 2,3 Prozent auf 164.600, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die Zusagen für Zweifamilienhäuser sank mit 4,7 Prozent am stärksten, die für Mehrfamilienhäuser verringerten sich um 3,2 Prozent. Bei Einfamilienhäusern gab es hingegen nur ein kleines Minus von 0,1 Prozent.

          „Der Grundstücksmarkt, der den Flaschenhals für mehr Baugenehmigungen bildet, ist nahezu ausgetrocknet“, erläuterte der Präsident des Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Andreas Ibel. „Jetzt sind die Kommunen gefragt, ausreichend bezahlbares Bauland auszuweisen und Verfahren zu beschleunigen“, ergänzte Ibel. „Sonst bleibt der Wohnungsneubau auf der Strecke.“

          Die staatliche Förderbank KfW sieht dennoch gute Chancen, dass es im Wohnungsbau ungeachtet der sinkenden Genehmigungen weiter aufwärts geht. Insbesondere in den teuren und wachsenden Ballungsregionen müsse „weiterhin etwas gegen Wohnungsknappheit und Überforderung von Mietern getan werden“, sagte KfW-Ökonom Martin Müller.

          Entscheidend für den Wohnungsmarkt sind aber nicht die Genehmigungen, sondern die Fertigungstellungen, denn keineswegs jede genehmigte Wohnung wird auch gebaut. Nach den Angaben der KfW besteht derzeit ein Überhang von 600.000 genehmigten Wohnungen. Immerhin wurden 2018 so viele Wohnungen fertiggestellt wie seit 16 Jahren nicht mehr - insgesamt 285 900. Doch das reicht noch nicht. Union und SPD streben im Koalitionsvertrag an, bis 2021 rund 1,5 Millionen Wohnungen zu bauen - das wären 375 000 im Jahr. Fachleute halten dieses Ziel für nicht mehr erreichbar.

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