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Immobilien- und Schiffsfinanzierung : Commerzbank baut noch mehr ab

Schlechte Aussichten in der Schuldenkrise: Die Commerzbank stellt die Immobilien- und Schiffsfinanzierung ein. Bild: dpa

Die europäische Schuldenkrise und die eingetrübten Wirtschaftsaussichten veranlassen die Commerzbank dazu, ihren Konzernumbau drastisch zu verschärfen: Die Bank wickelt ihre Immobilien- und Schiffsfinanzierung ab.

          Die Commerzbank vollzieht abermals eine Kehrtwende. Die Finanzierung gewerblicher Immobilien und von Schiffen werde eingestellt, vorhandene Kredite in zweistelliger Milliardenhöhe sollen komplett abgebaut werden. Dies teilte die Commerzbank am Dienstag Abend nach Börsenschluss mit.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Damit verwirft der Vorstand seine vor drei Monaten bekannt gemachten Pläne, aus einem 25 Milliarden Euro umfassenden Teil der ohnehin weitgehend zur Abwicklung vorgesehenen Immobilien- und Staatsfinanzierungsbank Eurohypo und der Deutschen Schiffsbank ein neues Kernsegment zu bilden. „Vor dem Hintergrund der anhaltenden Finanz- und Staatsschuldenkrise, deren Ende nicht absehbar ist, und des unsicheren regulatorischen Umfelds unterziehen wir im Rahmen unseres strategischen Planungsprozesses alle Geschäftsbereiche einer gründlichen Überprüfung“, ließ sich der Vorstandsvorsitzende Martin Blessing zitieren.

          Um Risiken und Kapitalbindung weiter zu minimieren, sei die Aufgabe des neuen Segments ein „erster Schritt“. Weitere Konsequenzen will die Bank bis Herbst ziehen. Die bisherigen Ziele für das laufende Geschäftsjahr blieben zunächst bestehen, hieß es. Eine Aktualisierung werde es aber mit den Halbjahreszahlen am 9. August geben.

          Allein im Privat- und Firmenkundengeschäft werde die Commerzbank weiterhin Immobilienfinanzierungen anbieten. Die Immobilienfondsgesellschaft Commerz Real soll in das Kernbanksegment Privatkunden eingefügt werden.

          Die gewerbliche Immobilienfinanzierung und die Schiffsfinanzierung landen dagegen vollständig in einem neuen Abbausegment, in dem ursprünglich 170 Milliarden Euro an Beständen der Eurohypo, davon 96 Milliarden Euro Staatsanleihen, abgewickelt werden sollten. Nun kommt die komplette gewerbliche Immobilien- sowie die Schiffsfinanzierung hinzu.

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