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Immobilien-Kommentar : Teure Wohnungslotterie

Der soziale Wohnungsbau ist eine der teuersten politischen Fehlsteuerungen. Davon kündet schon die immens hohe Fehlbelegung der geförderten Wohnungen mit zu gut verdienenden Haushalten.

          Das ist eine richtige und mutige Forderung: Der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums setzt sich dafür ein, den sozialen Wohnungsbau zurückzustutzen. Richtig ist das, weil der soziale Wohnungsbau eine der teuersten politischen Fehlsteuerungen ist – davon kündet schon die immens hohe Fehlbelegung der geförderten Wohnungen mit zu gut verdienenden Haushalten.

          Mutig ist die Forderung der Beiräte, weil sie dem Zeitgeist vollständig widerspricht. Es gehört geradezu zum guten Ton, mehr sozialen Wohnungsbau zu fordern, und zwar mit so vielen Steuermilliarden wie möglich. Nur so könne man der Verarmung weiter Bevölkerungskreise begegnen, die sich wegen der starken Mietsteigerungen keine anständigen Wohnungen mehr leisten könnten.

          Dass das Wirtschaftsministerium die Position des Beirats übernimmt, ist also unwahrscheinlich. Dabei stützt sich der Rat auf gute Argumente: Die Milliardensubventionen ließen sich etwa durch Wohngeld viel gezielter einsetzen, weil sie dann nur tatsächlich bedürftigen Haushalten zugute kämen. Damit wäre das Wohngeld auch gerechter als der soziale Wohnungsbau, der wie eine Lotterie nur relativ wenige Gewinner hat.

          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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