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Landlust : Bauland für alle

  • -Aktualisiert am

Wer bekommt das Bauland? Bild: dpa

Gemeinden vergeben ihr Bauland lieber an Einheimische. Doch wer sich abschottet, dem entgeht manches.

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          Vor den eigenen vier Wänden steht die Suche nach einer begehrten und dennoch bezahlbarer Immobilie. Mittlerweile schaut sich mancher lieber abseits der Stadt nach einem Bauplatz um. Aufgrund steigender Wohnkosten, wiederkehrender Landlust und zunehmender Heimarbeit klingt das verständlich – und doch werden einige überrascht zurückkehren.

          Gemeinden greifen ein, Richter auch

          Nicht überall sind Zugezogene willkommen. In Baden-Württemberg setzen Gemeinden mit starker Nachfrage auf Einheimische, um das kommunale Bauland an diejenigen zu verkaufen, die schon länger im Sozialleben verankert sind. Da diese Eingriffe in den kommunalen Grundstücksverkauf vor Gericht nicht immer standhielten, suchen in dem Bundesland jetzt CDU und Kommunen einen Weg, die heimische Baulandvergabe zu sichern. Auch Bayern hat Einheimischenmodelle schon länger, um Bauland vergünstigt abzugeben.

          Die Frage ist, ob sich die lokalen Politiker mit solchen Vorteilen für Alteingesessene neben der eigenen Bevorzugung bei der nächsten Wahl auch versprechen, wirklich längerfristig der Gemeinde zu helfen. Die Alterung der Gesellschaft dürfte das künftig enorm beeinflussen. Wer sein Dorf stärken will, sollte wenigstens einen Teil des Baulands in auswärtige Hände legen. Neue Bewohner können das Landleben beleben. Das entgeht denen, die sich abschotten.

          Jan Hauser
          Redakteur in der Wirtschaft.

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