https://www.faz.net/-gqe-afx1p

Landlust : Bauland für alle

  • -Aktualisiert am

Wer bekommt das Bauland? Bild: dpa

Gemeinden vergeben ihr Bauland lieber an Einheimische. Doch wer sich abschottet, dem entgeht manches.

          1 Min.

          Vor den eigenen vier Wänden steht die Suche nach einer begehrten und dennoch bezahlbarer Immobilie. Mittlerweile schaut sich mancher lieber abseits der Stadt nach einem Bauplatz um. Aufgrund steigender Wohnkosten, wiederkehrender Landlust und zunehmender Heimarbeit klingt das verständlich – und doch werden einige überrascht zurückkehren.

          Gemeinden greifen ein, Richter auch

          Nicht überall sind Zugezogene willkommen. In Baden-Württemberg setzen Gemeinden mit starker Nachfrage auf Einheimische, um das kommunale Bauland an diejenigen zu verkaufen, die schon länger im Sozialleben verankert sind. Da diese Eingriffe in den kommunalen Grundstücksverkauf vor Gericht nicht immer standhielten, suchen in dem Bundesland jetzt CDU und Kommunen einen Weg, die heimische Baulandvergabe zu sichern. Auch Bayern hat Einheimischenmodelle schon länger, um Bauland vergünstigt abzugeben.

          Die Frage ist, ob sich die lokalen Politiker mit solchen Vorteilen für Alteingesessene neben der eigenen Bevorzugung bei der nächsten Wahl auch versprechen, wirklich längerfristig der Gemeinde zu helfen. Die Alterung der Gesellschaft dürfte das künftig enorm beeinflussen. Wer sein Dorf stärken will, sollte wenigstens einen Teil des Baulands in auswärtige Hände legen. Neue Bewohner können das Landleben beleben. Das entgeht denen, die sich abschotten.

          Jan Hauser
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

                        Zuhause bedrängt:  Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping

          Vor Haus von Petra Köpping : Aufmarsch mit brennenden Fackeln

          In Sachsen belagern zwei Dutzend radikale Maßnahmen-Gegner das Privathaus von Gesundheitsministerin Petra Köpping. Der Verfassungsschutz beobachtet die „Querdenker“-Szene im Land zunehmend mit Sorge.
          Damals, im April, die erste Sitzung des Ausschusses im Großen Festsaal im Rathaus von Hamburg

          Cum-ex-Affäre : Staatsanwältin kritisiert Hamburger Behörden

          Im Untersuchungsausschuss zur Cum-ex-Affäre zeigt eine Staatsanwältin wenig Verständnis für das Verhalten der Hamburger Behörden. Eine Frage wird immer dringlicher: Gab es eine politische Einflussnahme?
          Bild der Geschlossenheit: Auch die unterlegenen Präsidentschaftsanwärter versammeln sich nach der Vorwahl der bürgerlichen Rechten um die Siegerin Valérie Pécresse.

          Pécresse tritt gegen Macron an : Eine Präsidentin für Frankreich?

          Zum ersten Mal zieht die bürgerliche Rechte mit einer Frau in den französischen Präsidentenwahlkampf. Valérie Pécresse, die als Vorbilder Angela Merkel und Margaret Thatcher nennt, ist oft unterschätzt worden.