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Mindestlohn-Kommentar : Gewerkschaften sägen am eigenen Ast

  • -Aktualisiert am

Die meisten von ihnen arbeiten zum Mindestlohn: Gebäudereiniger Bild: dpa

Ein Überbietungswettbewerb beim Mindestlohn hilft auch den Gewerkschaften nicht weiter. Wie wollen sie noch Mitglieder gewinnen? Gewerkschaftsvertreter selbst warnen.

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          Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Die Debatte über die Höhe des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland erinnert an ein altes Jahrmarkt-Prinzip. 12 Euro in der Stunde strebt die SPD an, die Linkspartei denkt über 14 Euro nach und der Vorsitzende der IG Bau bringt nun immerhin 12,63 Euro ins Spiel, damit man nach 45 Beitragsjahren mehr hat als die Grundsicherung.

          Diese Forderung ist auch deshalb bemerkenswert, weil derzeit viele Gewerkschaftsvertreter vor einem Überbietungswettbewerb warnen. Aus gutem Grund, sägen sie mit einem hohen gesetzlichen Mindestlohn doch am eigenen Ast.

          Mit welchem Argument wollen sie dann noch Mitglieder gewinnen? Diese Frage müsste sich eigentlich auch die IG Bau stellen, die beispielsweise die Gebäudereiniger vertritt, traditionell keine Hochlohnbranche. Davon abgesehen sollte man grundsätzlich hinterfragen, ob die Prämisse für die Höhe des gesetzlichen Mindestlohns tatsächlich sein kann, dass Menschen ihr Leben lang auf diesem Niveau verdienen.

          Gerade die SPD hat sich das Thema Weiterbildung groß auf die Fahnen geschrieben – ihr Anspruch müsste ein anderer sein. Doch das will derzeit offenbar niemand hören.

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft und zuständig für „Die Lounge“.

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