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Astrid Hamker im Porträt : Vom Rausschmiss gestählt für die Politik

Die erste Frau an der Spitze des Wirtschaftsrats: Astrid Hamker Bild: Nell Killius

Astrid Hamker wird den CDU-Wirtschaftsrat führen. Abgehärtet hat sie ein Ereignis im eigenen Familienunternehmen. Dort kam es zu einem Konflikt, den sie als traumatisch bezeichnet.

          3 Min.

          Astrid Hamker war 16 Jahre alt, als ihr Vater sie zum ersten Mal mitnahm zu einer Bundesversammlung des CDU-Wirtschaftsrats, das war Anfang der achtziger Jahre in Bonn. Im konservativen Elternhaus in Osnabrück wurde viel über Politik gesprochen, das Interesse der Tochter war früh geweckt – auch wenn sie die Idee, selbst in die Politik zu gehen, später verwarf. Dem Wirtschaftsrat, der die Interessen der Unternehmen gegenüber Politik und Gesellschaft vertritt, blieb sie aber fortan verbunden. 36 Jahre nach dem ersten Kontakt schickt sich Astrid Hamker an, den Keksfabrik-Unternehmer Werner Bahlsen an der Spitze des Verbandes abzulösen. Am 4. Juni wollen die Delegierten sie in Berlin zur Präsidentin wählen.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Nach gut zwei Jahrzehnten des Aufstiegs im Wirtschaftsrat ist die 52-Jährige, die nach dem Abitur ein Betriebswirtschaftsstudium in St. Gallen absolvierte, ganz oben angekommen. 1996 fing Hamker an in der „Sektion Osnabrück“, vier Jahre später kam sie in den Landesvorstand Niedersachsen, weitere vier Jahre später übernahm sie dort den Vorsitz. In fast allen Ämtern trat sie – zuweilen mit zeitlichem Abstand – in die Fußstapfen ihres Vaters Hartwig Piepenbrock, der das 1913 gegründete Familienunternehmen seit den fünfziger Jahren zu einer Dienstleistungsgruppe für Gebäudereinigung, Sicherheit und Wartung ausgebaut hatte und sich zeitlebens im Wirtschaftsrat engagierte.

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