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Im Gespräch: Reedereichef Thamm  : „Vertrauen gewinnen wir nur, wenn viele Gäste kommen“

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Der Schauplatz des Unglücks: So sieht das Wrack vor der Insel Giglio heute aus Bild: AFP

Heute vor einem Jahr verunglückte das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio. Der neue Mann an der Spitze der Reederei will die Marke neu ausrichten, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen.

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          Vor einem Jahr verunglückte die Costa Concordia, 32 Menschen starben. Dass die Bilder davon wieder um die Welt gehen, können Sie nicht verhindern. Welche Folgen befürchten Sie, wenn Kunden an das Unglück erinnert werden?

          Das Bild des verunglückten Schiffs ist nun mal präsent. Ich glaube jedoch nicht, dass dies negative Auswirkungen auf das Buchungsverhalten hat. Schon im Verlauf des vergangenen Jahres haben sich die Buchungseingänge normalisiert.

          Sie hätten sich nun auch für ein stilles Gedenken entscheiden können. Warum treten Sie an die Öffentlichkeit?

          Das ist für uns eine Gelegenheit, Farbe zu bekennen. Deshalb werden wir am Gedenktag teilnehmen, als Zeichen des Respekts gegenüber den Opfern und Angehörigen. Während dieses Interviews habe ich mit der gesamten Costa-Gruppe 80 000 Menschen auf dem Wasser. Meine erste Aufgabe ist, sie unbeschadet wieder nach Hause zu bringen. 32 Menschen sind auf der Costa Concordia gestorben. Damit müssen wir umgehen, und das ist sehr schmerzhaft. Ich will aber zurückgewinnen, was Costa dadurch an Respekt, Anerkennung und wirtschaftlichem Erfolg verloren hat.

          Nach dem Unglück gingen zunächst weniger Buchungen ein. Wie ist das Gesamtjahr 2012 verlaufen?

          Das war schon stark beeinträchtigt. Die Costa Concordia sollte 2012 etwa 50 Reisen machen und 150 000 Passagiere befördern. Das Schiff fehlt uns. Die Indienststellung der Costa Fascinosa federte das ab. Insgesamt sind die Passagierzahlen nicht zurückgegangen, aber das geplante Wachstum ist ausgefallen.

          Sie haben mit Angeboten um Kunden gebuhlt. Kann man mit Niedrigpreisen vermitteln, dass Schiffe sicher sind?

          Vertrauen gewinnen wir nur zurück, wenn viele Gäste an Bord kommen, eine Kreuzfahrt selbst erleben und uns sagen können, ob sie sich sicher fühlen. Angebote sind dafür ein Mittel, das auch funktioniert hat. Allerdings haben die Verkaufspreise nicht immer den Wert unseres Produkts

          Und wie wird 2013?

          Mittlerweile steigen die Preise. Wir sehen jedoch, dass das Buchungsfenster schrumpft. Traditionell hatten wir lange Vorausbuchungszeiten von mehr als sieben Monaten im Durchschnitt. Sie sind kürzer geworden, die Nachfrage ist aber gut. Unabhängig von ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einigen Ländern erwarten wir ein sehr ordentliches Jahr. Die Branche ist 2012 in Europa wohl um 2 bis 3 Prozent gewachsen. Das sollte 2013 wieder möglich sein.

          Noch liegt das Wrack der Costa Concordia am Unglücksort. Wie bekommen Sie es dort weg?

          Wir arbeiten an der größten maritimen Bergungsaktion, die es je gegeben hat. Das ist technisch sehr anspruchsvoll. Das Schiff liegt mit einer Neigung von 65 Grad auf der Seite. Unter Wasser lassen wir Plattformen bauen, über große Winden werden wir das Schiff aufrichten und auf den Plattformen absetzen. Dann wird das Schiff abgedichtet und das Wasser aus dem Schiff gepumpt, damit wir es wegschleppen können.

          Wie teuer sind die Folgen des Unglücks für Sie?

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