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Lebensmittelhandel : Aldi schafft die Einmaltüte ab

  • -Aktualisiert am

Nicht nur Plastiktüten gibt es bald nicht mehr an der Aldi-Kasse. Bild: dpa

Die beiden großen Discounter gehen voran: Sie schaffen nicht nur Plastiktüten ab, sondern auch Alternativen, die nur ein Mal verwendet werden können. Stattdessen gibt es künftig etwas anderes.

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          Vor gut einem Jahr haben große Lebensmittel-Filialisten wie die Kölner Rewe-Gruppe damit begonnen, auf die Abgabe kostenpflichtiger Plastiktüten zu verzichten. Haben die Kunden ihren Einkaufskorb oder den Faltbeutel vergessen, gibt es dort an den Kassen kostenpflichtige Papiertüten, Pappschachteln, Stoffbeutel oder sogenannte Permanent-Tragetaschen aus Recyclingmaterial.

          Nun gehen die beiden Discount-Unternehmen Aldi Süd und Aldi Nord noch einen Schritt weiter. Als erste große Lebensmittelhändler in Deutschland wollen sie zukünftig sämtliche Einwegtüten verbannen und an der Kasse nur noch Mehrwegtragetaschen anbieten.

          Man verzichte nicht nur auf umweltbelastende Plastik-Wegwerftüten, sondern auch auf die vielerorts gängigen Papiervarianten, teilen die beiden Handelsgruppen mit. Wegen ihres hohen Energie- und Wasserverbrauchs in der Produktion und der geringeren Haltbarkeit böten Papiertüten nach jetzigem Stand der Technik keine nachhaltige Alternative, heißt es zur Begründung.

          Die Aldis sind nicht die einzigen

          Die künftig angebotenen Tragetaschen bestehen nach Darstellung der Unternehmen zu mehr als 80 Prozent aus Recyclingmaterial und sind deutlich stabiler als die gängigen Plastiktüten. Sie werden in Deutschland produziert und tragen das Siegel des blauen Umweltengels.

          Von Oktober an bietet sie Aldi Süd zunächst in der Region München und Aldi Nord im Raum Berlin an. Die komplette Umstellung soll bis Ende des kommenden Jahres 2018 abgeschlossen sein. Um während der Umstellungsphase den Absatz der neuen Taschen zu fördern, werden die Preise für alle Einwegtüten auf 20 Cent erhöht. Die Einnahmen daraus sollen Umweltprojekten zugute kommen.

          Um der Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll entgegenzuwirken, hatten sich der Einzelhandelsverband HDE und das Bundesumweltministerium im vergangenen Jahr darauf verständigt, Kunststofftragetaschen nur noch gegen Geld abzugeben. Dem sind inzwischen mehr als 300 Unternehmen nachgekommen, so dass heute auch beim Einkauf von Textilien oder Elektroartikeln für die Tüte bezahlt werden muss.

          Neben der Rewe-Gruppe haben auch der Discounter Lidl oder diverse Edeka-Händler die meist nur einmal genutzte Plastiktüte inzwischen komplett abgeschafft. Allerdings sind auch die ersatzweise angebotenen Papiertüten unter Umwelt- und Naturschützern ökologisch nicht unumstritten, zumal sie meist nicht aus Altpapier hergestellt werden.

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