https://www.faz.net/-gqe-95q36

Tarifkonflikt : IG-Metall-Chef droht mit Eskalation

  • Aktualisiert am

Warnstreik der IG Metall in Neckarsulm an diesem Mittwoch Bild: WITTEK/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Diesen Mittwoch werden Streiks bei Daimler in Stuttgart, dem Lastwagenbauer MAN und Siemens in München erwartet. Zehntausende Beschäftigte sollen schon in den vergangenen Tagen die Arbeit unterbrochen haben.

          In der Tarifauseinandersetzung der Metall- und Elektroindustrie droht die Gewerkschaft mit einer härteren Gangart, sollten die Arbeitgeber bis Ende Januar nicht einlenken. „Dann sehen wir, ob es Sinn macht, weiter zu verhandeln, ob es ganztägige Warnstreiks geben wird oder gleich die Urabstimmung über Flächenstreiks“, sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann der „Passauer Neuen Presse“. Vor der Fortsetzung der Tarifverhandlungen an diesem Donnerstag will die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber noch erhöhen. „Wir haben mit den Warnstreiks begonnen und werden diese in den nächsten Tagen noch steigern“, betonte Hofmann.

          Er warf den Arbeitgebern eine „Angstkampagne“ vor, weil diese die Forderung nach Zuschüssen für Beschäftigte, die zur Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen in Teilzeit gehen, als rechtswidrig bezeichnet hatten. „Das ist Humbug. Es gibt gute Sachgründe, die Bezuschussung auf diesen Kreis der Beschäftigten zu begrenzen.“ Sollte Gesamtmetall die Forderungen der IG Metall vor Gericht anfechten, würde dies die Tarifpartnerschaft nachhaltig und für lange Zeit schädigen.

          Im Kampf um 6 Prozent mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten hatte die IG Metall die Warnstreiks vom Montag am Dienstag noch einmal kräftig ausgeweitet. Bundesweit legten laut Gewerkschaft 60.000 Beschäftigte vorübergehend die Arbeit nieder. Die Aktionen sollen schrittweise ausgeweitet werden. An diesem Mittwoch sollen etwa Daimler in Stuttgart, der Lastwagenbauer MAN und Siemens in München bestreikt werden.

          Laut Hofmann lägen die Kosten der Gewerkschaftsforderungen für die Arbeitgeber „in etwa bei einem Prozent der Lohnkosten“. In den ersten beiden Verhandlungsrunden boten die Arbeitgeber statt der von der Gewerkschaft geforderten sechs Prozent zwei Prozent mehr Lohn. Sie fordern zudem, mehr Beschäftigte länger als 35 Stunden einsetzen zu dürfen.

          Die dritte Verhandlungsrunde für die 3,9 Millionen Metaller in Deutschland beginnt an diesem Donnerstag in Böblingen bei Stuttgart. Der baden-württembergische IG-Metall-Chef Roman Zitzelsberger sagte dem „Handelsblatt“, wenn dann „immer noch keine Bereitschaft erkennbar ist, über diese Themen überhaupt ernsthaft zu reden, wird die Situation weiter eskalieren“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Stau auf der A3: Auch die Maut kommt nicht voran.

          Nach Urteil des EuGH : Peinliches Maut-Urteil für Deutschland

          Die deutsche Maut-Regelung war den EuGH-Richtern schlicht zu plump, um glaubwürdig zu sein. Dobrindts Paragrafen war ihr wahrer Zweck allzu deutlich anzusehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.