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Ifo-Index fällt weiter : „Eine magere Bescherung für die deutsche Wirtschaft“

  • Aktualisiert am

Läuft die Wirtschaft, hat der Hafen in Hamburg viel zu tun. Bild: dpa

Das vierte Mal in Folge fällt der Ifo-Geschäftsklimaindex. Die Lage wird schlechter beurteilt. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate sind eingetrübt. Ein „herber Schlag“ für die deutsche Wirtschaft.

          Die deutsche Wirtschaft geht ohne Schwung ins neue Jahr. Das Barometer für das Geschäftsklima sank im Dezember auf 101,0 Punkte von zuvor 102,0 Zählern, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte.

          Das ist schon der vierte Rückgang in Folge. Ökonomen hatten lediglich mit einem Absinken auf 101,8 gerechnet. „In diesem Jahr fällt die Bescherung für die deutsche Wirtschaft mager aus“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage diesmal schlechter, ebenso die Aussichten für die kommenden sechs Monate.

          Im Verarbeitenden Gewerbe wird die Stimmung schlechter. Dort sind die Erwartungen der Unternehmen erstmals seit Mai 2016 negativ. Die aktuelle Lage bleibt jedoch auf hohem Niveau. Manager aus dem Dienstleistungssektor und dem Handel beurteilen die Lage und die Erwartungen schlechter. Im Bauhauptgewerbe wird die aktuelle Lage dagegen besser eingeschätzt als bei der letzten Erhebung. Die Erwartungen fielen aber auch hier.

          Gesenkte Prognosen

          Seine Konjunkturprognosen für Deutschland hat das Ifo-Institut kräftig gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im zu Ende gehenden Jahr um 1,5 Prozent und 2019 sogar nur noch um 1,1 Prozent zulegen. Bislang waren sie von jeweils 1,9 Prozent ausgegangen. Die Probleme der Auto-Industrie mit dem neuen Abgasmessstandard dämpfen derzeit die Wirtschaft, ebenso Unsicherheiten wie der Brexit, der Haushaltsstreit in Italien und die amerikanische Handelspolitik.

          Uwe Burkert, Chefökonom der Landesbank Baden-Württemberg, sieht in dem Rückgang einen „herben Schlag“ für die deutsche Wirtschaft. Der Rückgang im dritten Quartal sei wohl doch kein Ausrutscher gewesen. „Das Schlussquartal bringt wohl höchstens eine kleine Erholung.“ Für 2019 müsse man sich zunehmend Sorgen machen. „Wir haben vor uns einen Haufen politischer Risiken, angefangen vom Handelsstreit der Vereinigten Staaten und China über den Brexit und Italiens Defizit sowie neuerdings Frankreichs Abkehr von den Reformen.“

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