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F.A.Z. exklusiv : Ifo-Chef fordert Ausstieg aus lockerer Geldpolitik

  • Aktualisiert am

Ifo-Chef Clemes Fuest Bild: dpa

Der Chef des Ifo-Instituts verlangt von der Europäischen Zentralbank ein Umdenken. Der unerwartet starke Anstieg der Inflationsrate in Deutschland ist für Clemens Fuest „ein Signal für den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik“.

          Nach dem unerwartet starken Anstieg der Inflationsrate in Deutschland auf 1,7 Prozent hat der Chef des Ifo-Instituts Clemens Fuest von der Europäischen Zentralbank ein Umdenken verlangt. „Dieser Inflationssprung ist ein Signal für den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik der EZB“, sagte Fuest der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Mittwochsausgabe sowie am Dienstag ab 20 Uhr im epaper). „Wenn diese Zahlen sich für die Eurozone insgesamt bestätigen, sollte die EZB das Anleihekaufprogramm im März 2017 beenden“, forderte Fuest. Für eine Fortsetzung der Käufe gebe es dann keine Rechtfertigung mehr.

          Die EZB-Spitze um Mario Draghi hatte erst im Dezember beschlossen, die Geldflut durch monatliche Anleihekäufe von derzeit 80 Milliarden Euro ab April 2017 mit einem 60-Milliarden-Volumen fortzusetzen. Zweck der EZB-Anleihekäufe ist es, die Inflationsrate in Richtung von 2 Prozent zu schieben. Die Zahl der Kritiker steigt aber. Auch der Chef der Konjunkturabteilung des Instituts für Weltwirtschaft, Stefan Kooths, forderte die EZB zu einem „Ausstieg aus ihrer ultraexpansiven Geldpolitik“ auf. Deren Nutzen sei kaum noch zu erkennen, sagte Kooths der F.A.Z. Dagegen stiegen die Risiken der lockeren Geldpolitik. Die EZB habe sich aber in eine Falle hineinmanövriert. Viele hochverschuldete Staaten seien abhängig vom billigen Geld. Auch viele Banken hätten bei einer Zinswende ein Problem, sagte Kooths.

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