https://www.faz.net/-gqe-8p074

F.A.Z. exklusiv : Ifo-Chef fordert Ausstieg aus lockerer Geldpolitik

  • Aktualisiert am

Ifo-Chef Clemes Fuest Bild: dpa

Der Chef des Ifo-Instituts verlangt von der Europäischen Zentralbank ein Umdenken. Der unerwartet starke Anstieg der Inflationsrate in Deutschland ist für Clemens Fuest „ein Signal für den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik“.

          Nach dem unerwartet starken Anstieg der Inflationsrate in Deutschland auf 1,7 Prozent hat der Chef des Ifo-Instituts Clemens Fuest von der Europäischen Zentralbank ein Umdenken verlangt. „Dieser Inflationssprung ist ein Signal für den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik der EZB“, sagte Fuest der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Mittwochsausgabe sowie am Dienstag ab 20 Uhr im epaper). „Wenn diese Zahlen sich für die Eurozone insgesamt bestätigen, sollte die EZB das Anleihekaufprogramm im März 2017 beenden“, forderte Fuest. Für eine Fortsetzung der Käufe gebe es dann keine Rechtfertigung mehr.

          Die EZB-Spitze um Mario Draghi hatte erst im Dezember beschlossen, die Geldflut durch monatliche Anleihekäufe von derzeit 80 Milliarden Euro ab April 2017 mit einem 60-Milliarden-Volumen fortzusetzen. Zweck der EZB-Anleihekäufe ist es, die Inflationsrate in Richtung von 2 Prozent zu schieben. Die Zahl der Kritiker steigt aber. Auch der Chef der Konjunkturabteilung des Instituts für Weltwirtschaft, Stefan Kooths, forderte die EZB zu einem „Ausstieg aus ihrer ultraexpansiven Geldpolitik“ auf. Deren Nutzen sei kaum noch zu erkennen, sagte Kooths der F.A.Z. Dagegen stiegen die Risiken der lockeren Geldpolitik. Die EZB habe sich aber in eine Falle hineinmanövriert. Viele hochverschuldete Staaten seien abhängig vom billigen Geld. Auch viele Banken hätten bei einer Zinswende ein Problem, sagte Kooths.

          Weitere Themen

          Wie brotlos ist die Kunst?

          Freie Künstler : Wie brotlos ist die Kunst?

          Können normale Künstler von dem Verkauf ihrer Werke leben? Begegnungen mit den F.A.Z.-Karikaturisten Greser und Lenz, einem Hersteller von Buchstützen und einem Studienrat.

          Topmeldungen

          Das südkoreanische Fernsehen berichtet über das bevorstehende Gipfeltreffen von Kim Jon-un und Wladimir Putin.

          Kim und Putin : Nordkorea bestätigt „baldiges“ Treffen in Russland

          Angesichts der Spannungen mit Washington hofft Kim Jong-un nun auf Hilfe aus Moskau: Putin will sich für eine Lockerung der Sanktionen gegen Nordkorea einsetzen. Der Gipfel könnte noch diese Woche im sibirischen Wladiwostok stattfinden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.