https://www.faz.net/-gqe-88ve4

Identitätsklau im Netz : Tausende Onlineshops auf falsche Namen angemeldet

  • Aktualisiert am

„Was jetzt passiert, ist Identitätsdiebstahl professionell in großem Stil.“ Bild: Reuters

Kriminelle haben laut Recherchen von NDR Info mit gestohlenen Daten etliche Onlineshops eröffnet, über die nun gefälschte Produkte bekannter Marken verkauft werden.

          1 Min.

          Die Daten Tausender Internetnutzer sind nach Recherchen des Radioprogramms „NDR Info“ missbraucht worden, um Onlineshops zu eröffnen. Über diese Internetseiten würden gefälschte Produkte bekannter Marken angeboten, teilte der Sender vorab mit. Auch Hunderte Deutsche seien von dem Identitätsdiebstahl betroffen. Sie hätten zuvor Namen, Adresse und Kreditkartennummer bei Bestellungen in ähnlichen Onlineshops angegeben. Wochen oder Monate später seien mit diesen Daten neue derartige Internetseiten angemeldet worden, auf denen Plagiate von Turnschuhen, Handtaschen oder Sonnenbrillen großer Markenhersteller angeboten werden. Die tatsächlichen Verkäufer sitzen nach Informationen des Senders in China, ihre Namen tauchen aber nirgends auf.

          Den Recherchen zufolge ist die Anzahl solcher mit falschen Identitäten angemeldeten Internetshops in den vergangenen Monaten explodiert. Das bestätigt auch der Hamburger Internetrechtler Klaus Lodigkeit: „Was jetzt passiert, ist Identitätsdiebstahl professionell in großem Stil. Organisiert von gut arbeitenden Banden.“

          Der Rechtsanwalt warnt vor den rechtlichen Folgen für die Betroffenen, die für Forderungen gegen die betrügerischen Shops zunächst haften müssten. Wer über eine Internetrecherche feststellt, dass eine Internetseite ohne sein Wissen angemeldet wurde, solle Strafanzeige erstatten, raten Internetexperten mehrerer Landeskriminalämter. Damit könne der Betroffene dokumentieren, dass er mit den betreffenden Seiten nichts zu tun habe.

          Weitere Themen

          Brüsseler Milliarden

          Hanks Welt : Brüsseler Milliarden

          Die EU schickt in der Corona-Pandemie Milliarden an notleidende Staaten. In Deutschland erzählt man, warum das vor allem uns selbst nützt. Narrative haben in die Wirtschaftswissenschaft Einzug gehalten.

          Nachfrage nach E-Auto-Kaufprämie steigt weiter

          Rekord im Juli : Nachfrage nach E-Auto-Kaufprämie steigt weiter

          Bis Ende 2021 können Käufer von Elektroautos einen Zuschuss von bis zu 9000 Euro bekommen. Die staatliche Hilfe zeigt allmählich die beabsichtigte Wirkung: Im Juli wurden so viele Förderanträge gestellt wie nie zuvor.

          Topmeldungen

          Kultusminister : Das Abstandsproblem einfach leugnen

          Die zweite Corona-Welle rollt an – dennoch sollen nach den Sommerferien die Schulen wieder ganz öffnen. Keiner weiß genau, wie das funktionieren soll. Die Kultusminister verstecken sich hinter Worthülsen.

          Corona-Tourismus auf Mallorca : Heimweh nach der Insel

          Mallorca ist zum touristischen Testlabor für den Umgang mit der Corona-Pandemie geworden. Vor allem die ausbleibenden Besucher aus Deutschland und Großbritannien bringen die Insel und ihre Bewohner in große Not. Ein Besuch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.