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IAB-Fachmann : Jede Woche Lockdown kostet 3,5 Milliarden Euro

  • Aktualisiert am

Die Rollläden einer Waffelbude in der Göttinger Innenstadt sind geschlossen. Bild: dpa

Mit dem neuen Lockdown verdüstern sich auch die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung rechnet mit mehr Kurz- und weniger Saisonarbeit – hat aber dennoch eine positive Botschaft.

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          Der bevorstehende Lockdown in Deutschland wird nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Jobs von Saisonbeschäftigten treffen und die Zahl der Kurzarbeiter deutlich steigen lassen. Jede Woche Lockdown dürfte im Bruttoinlandsprodukt (BIP) rund 3,5 Milliarden Euro oder vier Zehntel des Quartals-BIP kosten, sagte Enzo Weber von der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag. Insgesamt werde der Arbeitsmarkt zwar vergleichsweise robust bleiben. „Dennoch wird es einen Rückschlag geben“, sagte Weber. „Gerade kurzfristige Saisonbeschäftigung, darunter viele Minijobs, dürfte entfallen. Die Zahl der Kurzarbeiter wird wieder um etliche hunderttausend steigen.“

          Nach dem Lockdown seien zügige Einstellungen für einen Neustart des Arbeitsmarkts entscheidend, sagte Weber, der in der Vergangenheit finanzielle Anreize für Arbeitgeber gefordert hatte, die auch in der Krise neue Beschäftigte einstellen.

          Seine Einschätzung, dass der Arbeitsmarkt insgesamt robust bleibe, begründete er damit, dass mittlerweile viele Erfahrungen mit Lockdown-Maßnahmen vorlägen und umfangreiche staatliche Stützungsmaßnahmen existierten. „Die bevorstehende Impfstoffzulassung gibt eine Perspektive auf ein Ende der akuten Corona-Phase“, sagte Weber. „Viele Betriebe werden deshalb versuchen, ihre Beschäftigten zu halten.“ 

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