https://www.faz.net/-gqe-qxmo

IAA 2005 : Schröder verspricht Maßnahmen gegen hohen Ölpreis

Mercedes-Chef Zetsche wirbt bei Schröder für die neue S-Klasse Bild: REUTERS

Siegesgewiß hat Kanzler Schröder die Automesse IAA in Frankfurt eröffnet, bis mindestens 2011 wolle er als Regierungschef wiederkommen. Schröder lobte die Politik der Tarifpartner in der Automobilindustrie als vorbildlich.

          1 Min.

          Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) will im Falle eines Wahlsieges stärker gegen hohe Ölpreise vorgehen. „Wir werden uns mit der Preisgestaltung des Öls weit stärker als in der Vergangenheit auseinandersetzen müssen“, sagte Schröder anläßlich der Eröffnung der 61. Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main. Dabei gehe es nicht nur um die Frage, welchen Teil die Ölkonzerne leisten könnten, sondern auch darum, wie man die Spekulation verbannen könne. Gelinge dies nicht, müsse man sich an dauerhaft überhöhte Preise gewöhnen. Schröder forderte die Automobilindustrie auf, ihn hierbei zu unterstützen.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Zugleich stellte der Bundeskanzler heraus, wie wichtig es sei, die Unabhängigkeit vom Öl weiter voranzutreiben. Es sei richtig, daß sich die deutsche Autoindustrie nun in Allianzen verstärkt dem Hybridantrieb zuwende, den Abstand zu den japanischen Herstellern werde sie rasch aufholen. Es sei auch vernünftig, auf einen Energiemix zu setzen, der heimische Energieträger berücksichtige und erneuerbare Energien vorantreibe. Schröder berichtete von zahlreichen Anfragen aus dem Ausland und zeigte sich zuversichtlich, daß sich die deutsche Expertise in den erneuerbaren Energien zu einem Exporterfolg entwickeln werde.

          Gottschalk warnt vor Mehrwertsteuererhöhung

          Bestens aufgelegt kündigte er außerdem an, die IAA in Frankfurt am Main bis mindestens 2011 als Regierungschef eröffnen zu wollen. Zum Schluß rief er dem Publikum in der Frankfurter Messe siegesgewiß zu: „Ad multos annos.“ Zuvor hatte der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) dem Publikum eine kleine Wahlhilfe gegeben: „Ich wünsche ihnen, daß sie in diesen Tagen einen Impuls zu mehr Optimismus bekommen“.

          Fotografengedränge bei jeder Station des traditionellen Kanzlerrundganges
          Fotografengedränge bei jeder Station des traditionellen Kanzlerrundganges : Bild: REUTERS

          Ansonsten wurde die Veranstaltung nicht für den Wahlkampf genutzt. Der Präsident des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA) forderte von der Politik, gleich welcher Couleur, daß sie Vertrauen herstelle und einen nachhaltigen Wachstumskurs einschlage. „Wachstum finanziert Soziales, nicht umgekehrt“, sagte Bernd Gottschalk. Er hob die Risiken einer Mehrwertsteuererhöhung hervor, welche dem Autofahrer allein an der Tankstelle rund 700 Millionen Euro zusätzlich entzöge. Zudem forderte er einen deutlichen Bürokratieabbau, keine Verschärfung Brüsseler Richtlinien und den Verzicht auf schlechten politischen Rat wie etwa die Parole „kauft deutsch“. Die Industrie handele global und brauche offene Märkte, schließlich lebe sie zu 70 Prozent vom Export.

          Weitere Themen

          CDU will Betriebe steuerlich schonen

          Bundestagswahl 2021 : CDU will Betriebe steuerlich schonen

          Das Wahlprogramm der Union gewinnt erste Konturen mit einem Belastungsdeckel für Unternehmen. Offen ist, wie Mehrausgaben für Klima und Soziales zur Schuldenbremse passen.

          Topmeldungen

          Auf Tour in Berlin: CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet nach seinem Auftritt beim Tag der Deutschen Familienunternehmen

          Bundestagswahl 2021 : CDU will Betriebe steuerlich schonen

          Das Wahlprogramm der Union gewinnt erste Konturen mit einem Belastungsdeckel für Unternehmen. Offen ist, wie Mehrausgaben für Klima und Soziales zur Schuldenbremse passen.
          Eine Schulklasse im Ortsteil Britz in Berlin-Neukölln: Lehrer werden in der Hauptstadt seit 2004 nicht mehr verbeamtet.

          Keine Verbeamtung : Warum viele Lehrer Berlin verlassen

          Seit 2004 werden Lehrer in Berlin nicht mehr verbeamtet. Viele junge Lehrer suchen sich deshalb nach dem Studium einen anderen Arbeitsort. Jetzt schlagen die Schulleiter Alarm.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.