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IAA 2005 : Opel auf dem Weg aus der Dauerkrise

Noch ein Konzeptauto: Opel Antara Bild: AP

General Motors Europe ist in einer merkwürdigen Situation: Die Führungsriege schielt nach neuen Jobs, doch der Betrieb scheint nicht gelähmt. Opel startet durch, und die Konkurrenz muß sich in acht nehmen - etwa vor dem neuen Antara.

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          „Wir haben hier in Frankfurt keine wirtschaftlichen Neuigkeiten“, sagt der Sprecher von General Motors. Wenn sich der Mann da mal nicht irrt.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Da ist zunächst das - natürlich dementierte, aber wohl trotzdem wahre - Gerücht, daß sich Carl-Peter Forster, der Vize von General Motors Europe (GME), an seinem Arbeitsplatz in Zürich nicht mehr wohlfühlt. Bei Mercedes-Benz habe er ebenso wie bei dem mittelständischen Zulieferer Knorr-Bremse vorgefühlt, ob dort die Spitzenposition zu übernehmen sei, aber keine Einigung erzielt, heißt es.

          Antara setzt Maßstäbe im Design

          So ist GME in einer merkwürdigen Situation: Europa-Chef Fritz Henderson möchte gerne Vorsitzender von General Motors insgesamt werden, was bis auf weiteres nicht klappt. GME-Vize Forster sucht ein neues Betätigungsfeld, was vorerst auch nicht klappt. Was das für das Unternehmen bedeutet? Wer weiß das schon. Jedenfalls scheint der Betrieb nicht gelähmt, denn Opel, die chronisch notleidende deutsche Tochtergesellschaft, macht sich auf den Weg aus ihrer Dauerkrise.

          Die Front entspricht schon der Serienversion
          Die Front entspricht schon der Serienversion : Bild: REUTERS

          In Frankfurt führen die Rüsselsheimer einen Ausblick auf ihren neuen familientauglichen Geländewagen vor, der nicht mehr Frontera, sondern Antara heißen wird. Das Auto setzt außen wie innen für Opel neue Maßstäbe im Design.

          Kleiner Opel für 8.000 bis 10.000 Euro

          Die Front des vorgeführten Konzeptautos entspricht schon der im zweiten Halbjahr 2006 auf den Markt kommenden Serienversion, und das erste Mal seit langem hat der neutrale Beobachter das Gefühl, die Konkurrenz müsse sich wieder in acht nehmen. Opel treibt zudem einen Nachfolger des Kleinwagens Corsa voran, der an Größe und Statur gewinnen soll, und bereitet einen Nachfolger für den schon totgeglaubten Microvan Agila vor.

          Darunter haben die Strategen in Rüsselsheim noch Platz entdeckt, aufgeschreckt vor allem durch die angekündigte Kleinwagenallianz von Fiat und Ford. Also soll ein kleiner Opel für 8.000 bis 10.000 Euro gebaut werden, die Vorarbeit ist schon weit gediehen, doch die abschließende Wirtschaftlichkeitsprüfung steht noch aus. Eins aber ist schon klar: Ein Auto zu diesem Preis kann nicht in Deutschland hergestellt werden, da darf sich eher eine Fertigungsstätte in Osteuropa Hoffnung machen.

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