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Geldwäsche : Hurrikan in Frankreichs Banken

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Unter Verdacht - Bankchef Daniel Bouton Bild: dpa

Die französische Großbank Société Générale soll in Israel Millionen „gewaschen“ haben. Auch andere Banken stehen im Verdacht.

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          In Frankreich bahnt sich ein riesiger Geldwäsche-Skandal an. Der ganze Bankensektor sei durch die Nachforschungen der Ermittlungsrichterin Isabelle Prévost-Desprez von einem „Wirbelsturm erfasst“, heißt es in der Wirtschaftszeitung „La Tribune“. Im Mittelpunkt steht dabei die drittgrößte Bank, Société Générale, die von der Pariser Justiz verdächtigt wird, in großem Umfang Geld gewaschen zu haben.

          Am Montagabend leiteten die Behörden ein förmliches Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zur Geldwäsche gegen Bankchef Daniel Bouton und dessen engste Mitarbeiter ein. Nach mehrstündigen Verhören wurden Bouton und seine Vize-Direktoren Philippe Citerne und Didier Alix in der Nacht wieder auf freien Fuß gesetzt. Den Bankern wird vorgeworfen, sie hätten zweifelhafte Schecks israelischer Banken trotz interner Hinweise nicht überprüfen lassen.

          Die Bank hat diese Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. „Es gibt keinerlei Hinweise, dass Mitarbeiter der Bank wissentlich Akte der Geldwäsche begangen haben“, schreibt die Bank in einer Mitteilung. Bei den bisherigen Nachforschungen ergab sich nach Informationen der Tageszeitung „Le Monde“, dass Millionenbeträge von Frankreich nach Israel und dann wieder zurück nach Frankreich transferiert wurden, um ihre Herkunft zu verschleiern.

          Mehrere Banken betroffen

          Der Geldwäsche-Skandal betrifft mehrere Geldinstitute in Frankreich, darunter die zur Banques Populaires-Gruppe gehörende BRED und die American Express Bank France. Mittlerweile sind nach Justizangaben 90 Personen vernommen worden, darunter weitere sechs Société-Générale-Manager. Bouton hatte erst kürzlich betont, dass die Bank die Gesetze gegen Geldwäsche strikt befolge. In Frankreich gelten seit 1996 verschärfte Geldwäsche-Bestimmungen.

          Die Société Générale ist die drittgrößte französische Bank nach BNP-Paribas und Crédit Agricole. Sie nimmt im Jahr zwei Millionen Schecks entgegen, die von ausländischen Banken ausgestellt wurden. In dem Ermittlungsverfahren geht es laut „Figaro“ um 12.000 Schecks mit zweifelhaftem Hintergrund. Die Pariser Wirtschaftszeitung „Les Echos“ bezweifelte indes, dass die Société Générale für die „dubiose Herkunft“ des Geldes verantwortlich gemacht werden kann, solange die Schecks von israelischen Banken ausgestellt wurden, gegen die kein Verdacht bekannt war.

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