https://www.faz.net/-gqe-9xrrp

Modekonzern : Chef von Hugo Boss muss seinen Hut nehmen

Nicht nur auf Hugo Boss, sondern die gesamte Modebranche kommen schwierige Zeiten zu. Bild: Reuters

Schon vor der Corona-Krise gab es Zweifel an dem früheren Finanzvorstand. Nun hat das Unternehmen bekannt gegeben: Ende September ist Schluss für Mark Langer, nach einem Nachfolger wird gesucht.

          1 Min.

          Der Modekonzern Hugo Boss braucht einen neuen Chef. Mark Langer scheide als Vorstandsvorsitzender zum 30. September aus, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Unverzüglich werde sich der Aufsichtsrat der Suche nach einem Nachfolger widmen. Führungslos wird Boss vorerst nicht, macht Boss gleich im ersten Absatz seiner Mitteilung deutlich: Mark langer werde „aufgrund der aktuellen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie bis zum Jahresende beratend und unterstützend zur Verfügung stehen.“

          Freiwillig geht Mark Langer wohl nicht. Seit Monaten schon wird darüber spekuliert, wie groß sein Rückhalt bei den Aktionären noch ist. Die Formulierung, man habe sich im besten gegenseitigen Einvernehmen auf sein Ausscheiden geeinigt, lässt  erkennen, dass dem Vorstandschef nicht mehr zugetraut wurde, Boss den nötigen Schwung zu verleihen. Seine Restrukturierungsarbeit und Neuausrichtung, die Langer als Nachfolger von Claus-Dietrich Lahrs betrieben hat, wird von Boss-Aufsichtsratschef Michel Perraudin als „überaus erfolgreich“ bezeichnet.

          Langer selbst ist der Überzeugung, dass er damit die Basis für eine gute Zukunft des Modekonzerns gelegt hat. Als er Anfang März über ein verhältnismäßig gutes viertes Quartal für die Hugo Boss AG berichtete, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Journalisten, das hätten auch seine Kritiker erkennen müssen, es seien Fehler korrigiert worden.

          Und mit Blick auf die Pandemie, deren Ausmaß freilich damals noch nicht so zu erkennen war, kündigte er an: „Kein anderes Unternehmen im Bereich der Upper-class-Mode wird diese Krise besser meistern als Boss.“ Langer hatte den Mode-Konzern seit 2016 geleitet, davor war er Finanzvorstand gewesen. Insgesamt war er 18 Jahre lang bei dem Modekonzern mit Sitz im schwäbischen Metzingen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Dieter Zetsche im September 2020

          F.A.S. Exklusiv : „Ich muss mir nichts mehr beweisen“

          Dieter Zetsche hat sein ganzes Leben für Daimler gearbeitet. Hier erklärt er, wieso jetzt Schluss ist, warum er doch nicht Aufsichtsratschef werden will und was er sonst noch so vorhat. Ein Hausbesuch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.