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HRE : Mit Vorbehalt

Bild: reuters

Der langjährige Chef der Hypo Real Estate, Georg Funke, hat im Streit um seine Kündigung einen Teilerfolg erzielt. Die Bank muss ihm zwei Monatsgehälter nachzahlen. Das Urteil könnte Empörung auslösen. Doch das letzte Wort ist in der Sache noch nicht gesprochen.

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          Dieses Urteil ist geeignet, Empörung in der Öffentlichkeit auszulösen. Nach Einschätzung des Gerichts stehen dem früheren Vorstandschef der maroden Hypo Real Estate, Georg Funke – vom Boulevard wahlweise Pleite-Banker oder Raffzahn genannt – zwei Monatsgehälter über mehr als 150.000 Euro zu.

          Das ist schwer nachvollziehbar, weil der Immobilien- und Staatsfinanzierer mit Funkes riskanter Strategie an den Rand gewirtschaftet und mit Milliardengarantien des Steuerzahlers vor dem Untergang gerettet wurde. So jemand hat noch Ansprüche?

          Doch genau diese Frage hat das Landgericht gar nicht beantwortet. Funkes Anwälte haben nur einen Sieg mit Vorbehalt im sogenannten Urkundenprozess errungen, in dem ohne Beweisaufnahme geprüft wurde, ob der strittige Zahlungsanspruch mit Urkunden belegt werden kann. Funke hat einen Arbeitsvertrag, die Hypo Real Estate konnte dagegen Funkes mutmaßliche Pflichtverletzungen schlecht mit einer einzigen Urkunde belegen.

          Erst im nächsten Verfahren wird das Gericht klären, ob Funkes fristlose Kündigung wirksam war. Und erst in einem weiteren Verfahren wird sich zeigen, ob Funke für die Milliardenschäden geradestehen muss.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

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