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Präsidentschaftskandidatur : Howard Schultz tritt doch nicht gegen Donald Trump an

Howard Schultz Bild: dpa

Der frühere Chef der Kaffeehauskette Starbucks verzichtet auf eine Kandidatur für die Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten. Er wolle als unabhängiger Kandidat nicht eine Wiederwahl von Donald Trump begünstigen.

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          Als Howard Schultz, der langjährige Vorstandsvorsitzende der Kaffeekette Starbucks, Anfang dieses Jahres angekündigte, er könnte sich eine Kandidatur bei den nächsten amerikanischen Präsidentschaftswahlen vorstellen, war das ein Paukenschlag. Vor allem deshalb, weil er sagte, er wolle dies nicht für die Demokratische Partei tun, in der er immer seine politische Heimat gesehen hat. Vielmehr erwäge er eine Kandidatur als Parteiunabhängiger. Das alarmierte Politiker der Demokraten, weil sie fürchteten, Schultz könnte bei der Wahl im kommenden Jahr Stimmen vom eigenen Kandidaten der Partei abziehen – und damit dem Republikaner Donald Trump zur Wiederwahl verhelfen. Der frühere Starbucks-Chef wiederum argumentierte, Amerika brauche einen Kandidaten der Vernunft in der politischen Mitte, und das gegenwärtige Zwei-Parteien-System sei „kaputt“.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Nun hat Schultz aber das Vorhaben aufgegeben. Am Freitag kündigte er an, er wolle 2020 nicht kandidieren. Und in seiner Begründung gab er zu, was ihm in all der Zeit entgegengehalten wurde: „Es gibt heute nicht viele Menschen, die einen unabhängigen Kandidaten unterstützen würden, weil sie Angst haben, dies würde zur Wiederwahl eines einzigartig gefährlichen amerikanischen Präsidenten führen.“ Es gebe die Sorge, dass vier weitere Jahre mit Trump eine größere Bedrohung für die amerikanische Demokratie seien als vier weitere Jahre mit einem dysfunktionalen politischen System.

          Schultz sagte, er sehe das auch so, wandte aber auch ein, dass die Nominierung eines politisch weit links stehenden Demokratischen Kandidaten Trump zusätzliche Stimmen bescheren könnte. Falls die Demokraten aber eine moderatere Person auswählten, könnte seine Kandidatur zu einem Problem werden, und dieses Risiko wolle er nicht eingehen. Zumal er wegen der Wahlregeln womöglich nicht aus dem Rennen aussteigen könne, bevor der Kandidat feststeht. Als weitere Begründung nannte Schultz, dass ihn eine Rückenverletzung und damit verbundene Operationen in den vergangenen Monaten davon abgehalten hätten, für seine Kampagne durchs Land zu reisen und mit Wählern zu sprechen.

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