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Horrende Rentenausgaben : Öffentlich-rechtliche Rentneranstalt

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Vorbild öffentlicher Dienst

Seibicke ist zuständig für eines der wichtigsten Problemthemen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die Altersversorgung. Seit Jahren mahnt er die Anstalten, hier mehr zu tun. Seibicke sagt: „Aus unserer Sicht besteht klarer Handlungsbedarf bei der Altersversorgung.“ Denn wenn mehr für die Rente ausgegeben werden muss, dann muss woanders gekürzt werden: am Programm oder am Personal – also an dem, was die Beitragszahler für ihr Geld eigentlich erwarten. Wenn die Öffentlich-Rechtlichen immer mehr zu Rentenanstalten mit angeschlossenem Sendebetrieb verkommen, sinkt am Ende eben die Qualität der Inhalte – was nicht gerade im Sinne des Programmauftrags ist.

Die Sender haben schon einiges an der prekären Lage geändert, insbesondere haben sie höhere Rückstellungen gebildet. Doch wenn man die Sache wirklich angehen möchte, muss man an die Altverträge heran. „Wir müssen da auch an diejenigen ran, die jetzt schon Rentner sind“, sagt Seibicke. „Die laufenden Aufwendungen müssen runter.“ Als Vorbild sieht er den öffentlichen Dienst. Er hat schon seit längerem seine Altersversorgung umgestellt. Die Rentensteigerung ist dort nun begrenzt auf ein Prozent im Jahr. „Das wäre ein Modell auch für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.“

Gewerkschaften wollen die Altverträge nicht ändern

Es geht also nicht einmal darum, Renten zu kürzen, sondern nur darum, sie langsamer steigen zu lassen. Doch das durchzusetzen ist schwierig. Denn dafür müssen die Gewerkschaften mitspielen. Seit 2013 verhandeln die Rundfunkanstalten mit ihnen. Die Position von Verdi ist dabei klar: An die bestehenden Verträge will man nicht ran, nur über Einschnitte bei Neuverträgen reden. Der Verhandlungsführer Matthias von Fintel sagt: „Die guten Rentenzusagen waren damals Teil eines Deals. Der lautete: Die Gehälter sind deutlich niedriger als im Privatrundfunk, dafür sind die Renten besser. Dieser Deal soll jetzt gebrochen werden.“

Setzen die Gewerkschaften sich durch, dann passiert allerdings etwas Unangenehmes: Das Gefälle zwischen jungen und alten Angestellten wird extrem. Die jungen bekommen viel niedrigere Betriebsrenten als die alten Beschäftigten, wenn überhaupt. Denn die entsprechenden Verträge haben die Rundfunkanstalten mittlerweile weitgehend gekündigt. Derzeit wollen sie keine Neuverträge abschließen, bevor es nicht auch an die Altverträge geht.

Wie soll man da rauskommen? Peter Clever, der Verwaltungsratschef der Deutschen Welle, hat eine Idee. „Vielleicht würde das gute Beispiel helfen“, sagte er im „Focus“. „Die Spitzenverdiener in der ARD, etwa die Intendanten und Direktoren, die vor 1993 eingestellt wurden, könnten ihre Verträge freiwillig so umstellen, dass ihre späteren Betriebsrenten nur um ein Prozent jährlich steigen.“ Clever hat gut reden. Er selbst bekommt als Verwaltungsratschef gar keine Betriebsrente. Sehr wohl aber die Buhrows, Piels & Co.

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