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Honorarordnung für Architekten : Unsicherer Architektenlohn

  • -Aktualisiert am

Ein Baustellenschild steht vor einem mit Holzbalken abgestützten Fachwerkhaus. Bild: dpa

Nachdem die Mindest- und Höchstsätze der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure für europarechtswidrig erklärt worden sind, herrscht große Rechtsunsicherheit.

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          Bevorzugte Villengegend in Hamburg, an der Außenalster gelegen. Sanierungsobjekt ist eine Altbauvilla, die einen Sanierungsstau aufweist und einer hochwertigen Einfamilienhausnutzung zugeführt werden soll. Da für den Architekten nicht überschaubar, gleichwohl bauherrenseitig eine Honorardeckelung gewünscht wird, vereinbaren die Parteien einen Stundenhonorarsatz für die zu erbringenden Architektenleistungen und deckeln gleichermaßen das Honorar auf einen vereinbarten Höchstsatz. Es kommt, wie es kommen muss: Im Zuge der Planung und Bauausführung modifizieren und erweitern sich zunehmend die Bauherrenwünsche. Eine zunächst nicht vorgesehene Dachterrasse weckt Bauherrenbegehrlichkeiten wie auch der Einbau eines Fahrstuhls oder die hochwertige Instandsetzung des historischen Treppenraumes. Und nun geschieht das weit Verbreitete bezüglich der Vergütung der Architektenleistungen: Der Bauherr beruft sich auf die maximale vereinbarte Vergütungspauschalierung. Der Architekt dagegen nimmt Bezug auf die umfangreichen Modifizierungen und Erweiterungen und vertritt die Auffassung, dass dies von der Pauschalierung nicht umfasst sein könne, eine Honoraranpassung also zwingend erforderlich sei.

          Zwei Meinungslager haben sich herausdestilliert

          Der Konflikt ist programmiert. Denn eine Kontrollberechnung der Honorierung des Architekten auf der Grundlage der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ergibt, dass die vereinbarte Pauschalierung deutlich unter den Mindestsätzen unter Berücksichtigung der zugrunde zu legenden Honorarparameter (wie anrechenbare Kosten, Umbauzuschlag, Bewertung der mitverarbeiteten Bausubstanz und damit Erhöhung der anrechenbaren Kosten) liegt. Ist es jedoch nunmehr zielführend, wenn der Architekt hierauf aufbauend eine Honorarerhöhung verlangt?

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