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Homöopathie : Wer an Zuckerkügelchen glaubt

  • -Aktualisiert am

Globuli-Kügelchen Bild: dpa

Bayern lässt Homöopathie als Ersatz für Antibiotikum untersuchen und verwundert damit nicht nur Ärzte. Der Umgang ist besorgniserregend.

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          In diesem Land darf jeder ziemlich viel sagen. Wer will, kann etwa behaupten, dass die Einnahme von Zuckerkügelchen das eigene Wohlbefinden wie ein Wunder verbessert. Untersagt ist es auch nicht, solche Kügelchen zu schlucken, die als Globuli ein bevorzugtes Mittel der Homöopathie sind. Wenn aber die Allgemeinheit in Form von Steuergeld oder aus Beiträgen der Krankenkassen für diesen Glauben zahlt, läuft manches falsch.

          Wie überschaubar die Wirkung der Homöopathie aus medizinischer Sicht ist, dafür spricht schon der wunderliche Antrag, den der Bayerische Landtag gerade verabschiedet hat. Die Mehrheit der Abgeordneten fordert mit Stimmen der CSU, Freien Wähler und Grünen von der Bayerischen Staatsregierung, dass eine Studie einen reduzierten Antibiotikaeinsatz im medizinischen Bereich untersucht. Auch soll eine „mögliche positive Rolle von gegebenenfalls ergänzend verabreichten homöopathischen Präparaten beleuchtet werden“, was für Aufruhr unter Ärzten sorgt. Die Kosten dafür werden auf bis zu 400.000 Euro taxiert. Doch wenn die sogenannte positive Rolle von Homöopathie weiter nach einem Nachweis sucht, ist diese Wirkung womöglich gar nicht groß genug.

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