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Heils Homeoffice-Vorschlag : Sozialpolitischer Übermut

  • -Aktualisiert am

Will 24 Tage Mindestanspruch auf Homeoffice für Arbeitnehmer: Hubertus Heil Bild: AFP

Die Koalition mischt sich in den Kern unternehmerischer Entscheidungen ein und greift damit den Ergebnissen eines Aushandlungs- und Lernprozesses in Sachen Homeoffice vor.

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          Die große Koalition kann es nicht lassen, die Unternehmen, die sie mit Billionen-Programmen retten will, mit überflüssiger Regulierung zu drangsalieren. Wie befürchtet, hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erste Details für ein Homeoffice-Gesetz verkündet. Es soll Arbeitnehmern einen Anspruch darauf geben, mindestens 24 Tage im Jahr zu Hause zu arbeiten, wenn sie das möchten. Der Chef oder die Chefin kann den Wunsch zwar ablehnen, wenn es einen triftigen Grund dafür gibt, das politisch festgelegte Minimum an mobiler Arbeit zu verwehren. Auch Vorgaben für die Ausstattung des häuslichen Arbeitsplatzes will Heil nicht machen. Aber natürlich trägt schon ein sich so harmlos gebendes Gesetz erhebliche bürokratische Lasten, Kontrollen und Unsicherheit in die Betriebe.

          Mit der Definition des 24-Tage-Mindeststandards mischt sich die Koalition in den Kern unternehmerischer Entscheidungen ein. Sie greift damit voreilig den Ergebnissen eines Aushandlungs- und Lernprozesses in Sachen Homeoffice vor, den Corona in weiten Teilen der Wirtschaft in Gang gebracht hat. Selbst Heil erkennt an, dass ein Drittel der Beschäftigten bereits mobil arbeitet. Was läge näher, als politisch Ruhe zu geben?

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