https://www.faz.net/-gqe-9icju

Home-Office-Kommentar : Freiheit mit der Peitsche

Ist Home Office eine gute Idee? Bild: Picture-Alliance

Kann Home Office funktionieren? Selbst die Yahoo-Chefin beorderte einst ihre Mitarbeiter zurück ins Büro. Die SPD meint es jetzt besser zu wissen.

          1 Min.

          Ich habe morgen Home Office! Ein solcher Satz ist in vielen Unternehmen verbreitet. Man bleibt erreichbar, über Mail, Chat und Telefon, dafür schafft man es rechtzeitig zur Kita und hängt nach dem Abendbrot vielleicht noch eine Stunde dran.

          Nun möchte die SPD einen Rechtsanspruch auf Heimarbeit schaffen. Dabei ist selbst in der Tech-Branche die virtuelle Arbeit nicht unumstritten: Manche erinnern sich an die harsche Kehrtwende der damaligen Yahoo-Chefin Marissa Mayer, als sie die Mitarbeiter zurück ins Büro beorderte. Statt wie in der digitalen Utopie Excel-Tabellen auf sonnigen Bootsstegen oder hippen Cafés zu füllen, musste man sogar beim Digitalkonzern wieder zwischen die Rollcontainer.

          Die SPD meint es jetzt besser zu wissen: Wer als Chef das Team lieber am Schreibtisch sieht, soll das künftig schriftlich begründen. Das ist die große Freiheit mit der Peitsche. Gut möglich, dass manch ein Chef aus bloßer Tradition an Präsenzzeiten festhält. Das gehört zu unternehmerischer Freiheit – und ist bisweilen gepaart mit dem Risiko, dass sich die Angestellten einen moderneren Chef suchen. Mehr Papierkram macht Deutschland aber auch nicht digitaler.

          Hendrik Wieduwilt

          Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Streik bei GM dauert an

          Tarifkonflikt : Streik bei GM dauert an

          Trotz einer Einigung im Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft UAW und dem größten amerikanischen Autokonzern General Motors streiken die Mitarbeiter noch mindestens eine Woche weiter. Die Gewerkschaftsmitglieder müssen dem Deal noch zustimmen.

          Topmeldungen

          Mick Mulvaney am Donnerstag bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte

          Ukraine-Affäre : Stabschef Mulvaney bringt Trump in Erklärungsnot

          Der geschäftsführende Stabschef des Weißen Hauses sagt vor der Presse etwas, das er später zurücknimmt: Die amerikanische Regierung habe 400 Millionen Dollar Militärhilfe für die Ukraine zurückgehalten. Damit liefert Mulvaney den Demokraten eine Steilvorlage.
          „Erdogans Krieg – wie machtlos ist Europa?“ war das Thema der Sendung von Maybrit Illner.

          TV-Kritik zu „Mabrit Illner“ : Die Härten der Realpolitik

          Der Einmarsch der Türkei in Syrien beherrscht die öffentliche und politische Debatte auch in Deutschland. „Wie machtlos ist Europa?“ fragte Maybrit Illner ihre Gäste und erhielt eine nüchterne Bestandsaufnahme der deutschen Außenpolitik.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.