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Home-Office-Kommentar : Freiheit mit der Peitsche

Ist Home Office eine gute Idee? Bild: Picture-Alliance

Kann Home Office funktionieren? Selbst die Yahoo-Chefin beorderte einst ihre Mitarbeiter zurück ins Büro. Die SPD meint es jetzt besser zu wissen.

          Ich habe morgen Home Office! Ein solcher Satz ist in vielen Unternehmen verbreitet. Man bleibt erreichbar, über Mail, Chat und Telefon, dafür schafft man es rechtzeitig zur Kita und hängt nach dem Abendbrot vielleicht noch eine Stunde dran.

          Nun möchte die SPD einen Rechtsanspruch auf Heimarbeit schaffen. Dabei ist selbst in der Tech-Branche die virtuelle Arbeit nicht unumstritten: Manche erinnern sich an die harsche Kehrtwende der damaligen Yahoo-Chefin Marissa Mayer, als sie die Mitarbeiter zurück ins Büro beorderte. Statt wie in der digitalen Utopie Excel-Tabellen auf sonnigen Bootsstegen oder hippen Cafés zu füllen, musste man sogar beim Digitalkonzern wieder zwischen die Rollcontainer.

          Die SPD meint es jetzt besser zu wissen: Wer als Chef das Team lieber am Schreibtisch sieht, soll das künftig schriftlich begründen. Das ist die große Freiheit mit der Peitsche. Gut möglich, dass manch ein Chef aus bloßer Tradition an Präsenzzeiten festhält. Das gehört zu unternehmerischer Freiheit – und ist bisweilen gepaart mit dem Risiko, dass sich die Angestellten einen moderneren Chef suchen. Mehr Papierkram macht Deutschland aber auch nicht digitaler.

          Hendrik Wieduwilt

          Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

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