https://www.faz.net/-gqe-9icju

Home-Office-Kommentar : Freiheit mit der Peitsche

Ist Home Office eine gute Idee? Bild: Picture-Alliance

Kann Home Office funktionieren? Selbst die Yahoo-Chefin beorderte einst ihre Mitarbeiter zurück ins Büro. Die SPD meint es jetzt besser zu wissen.

          Ich habe morgen Home Office! Ein solcher Satz ist in vielen Unternehmen verbreitet. Man bleibt erreichbar, über Mail, Chat und Telefon, dafür schafft man es rechtzeitig zur Kita und hängt nach dem Abendbrot vielleicht noch eine Stunde dran.

          Nun möchte die SPD einen Rechtsanspruch auf Heimarbeit schaffen. Dabei ist selbst in der Tech-Branche die virtuelle Arbeit nicht unumstritten: Manche erinnern sich an die harsche Kehrtwende der damaligen Yahoo-Chefin Marissa Mayer, als sie die Mitarbeiter zurück ins Büro beorderte. Statt wie in der digitalen Utopie Excel-Tabellen auf sonnigen Bootsstegen oder hippen Cafés zu füllen, musste man sogar beim Digitalkonzern wieder zwischen die Rollcontainer.

          Die SPD meint es jetzt besser zu wissen: Wer als Chef das Team lieber am Schreibtisch sieht, soll das künftig schriftlich begründen. Das ist die große Freiheit mit der Peitsche. Gut möglich, dass manch ein Chef aus bloßer Tradition an Präsenzzeiten festhält. Das gehört zu unternehmerischer Freiheit – und ist bisweilen gepaart mit dem Risiko, dass sich die Angestellten einen moderneren Chef suchen. Mehr Papierkram macht Deutschland aber auch nicht digitaler.

          Hendrik Wieduwilt

          Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Schuhhersteller warnen vor neuen Zöllen Video-Seite öffnen

          Importzölle gegen China : Schuhhersteller warnen vor neuen Zöllen

          Schuhhersteller haben Präsident Trump dazu aufgefordert, ihre Produkte von geplanten neuen Importzöllen gegen China auszunehmen. Der Aufschlag würde den Käufern pro Jahr insgesamt sieben Milliarden Dollar an zusätzlichen Kosten aufbürden, schrieb der Branchenverband FDRA.

          Jamie Olivers Restaurant-Gruppe ist pleite Video-Seite öffnen

          Britischer Starkoch : Jamie Olivers Restaurant-Gruppe ist pleite

          Die Restaurant-Gruppe des britischen Starkochs Jamie Oliver ist pleite. Die meisten Restaurants gehören zur Kette "Jamie's Italian", die der Koch 2008 gegründet hatte. Bedroht sind nun 1300 Arbeitsplätze.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.