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Hohe Verluste : Lufthansa will noch mehr Stellen streichen

  • Aktualisiert am

Die Lufthansa schreibt hohe Verluste - 13 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr Bild: dapd

Europas größte Fluggesellschaft hat im ersten Quartal einen hohen Verlust eingefahren. Billigflieger auf der einen Seite und die arabischen Fluglinien im Interkontinentalverkehr setzen die Lufthansa unter Druck. 3.500 Stellen sollen nun in der Verwaltung wegfallen.

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          Die Lufthansa will im Zuge ihres milliardenschweren Sanierungsprogramms in den kommenden Jahren weltweit 3.500 Stellen streichen. Die Kürzungen sollen durchweg die Verwaltung treffen. Allein in Deutschland will die Lufthansa 2500 Stellen in der Verwaltung abbauen.

          Konzernchef Christoph Franz sagte am Donnerstag in Frankfurt am Main: „Nur wenn wir jetzt die administrativen Funktionen neu strukturieren und auch einen Stellenabbau in Kauf nehmen, können wir langfristig Arbeitsplätze erhalten und neue Arbeitsplätze schaffen.“ Ziel sei, die Stellenstreichungen weitgehend sozialverträglich abzuwickeln.

          Mit dem Anfang des Jahres begonnen Sparprogramm will die Lufthansa ihr operatives Konzernergebnis bis Ende 2014 um mindestens 1,5 Milliarden Euro verbessern. Ein Drittel davon solle durch Senkung der Personalkosten erreicht werden, erklärte die Lufthansa. Anlass für das Programm seien nicht die Konjunktur oder die Treibstoffkosten, sondern die starke Konkurrenz, erklärte Vorstandschef Franz. In Europa setzen Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet die Lufthansa unter Druck. Im Interkontinentalverkehr sind es staatliche Airlines aus Arabien, die mit günstigen Angeboten und hoher Qualität auf den Markt drängen.

          Kerosinpreis und Konkurrenz belasten die Lufthansa

          Im ersten Quartal flog die Lufthansa  tief in die roten Zahlen. Unter dem Strich verringerte sich der saisontypische Nettoverlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um ein Fünftel auf 397 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern bereits am Mittwochabend mitgeteilt hatte. Der operative Verlust fiel mit 381 Millionen Euro jedoch mehr als doppelt so hoch aus wie ein Jahr zuvor.

          Für das Gesamtjahr 2012 rechnet der Konzern mit Sitz in Köln mit einer Steigerung des Umsatzes und einem operativen Ergebnis im „mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich”. Mögliche Restrukturierungskosten seien jedoch noch nicht berücksichtigt und könnten sich belastend auf das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres auswirken, hieß es.
           

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