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Nachfrage nach Therapie steigt : Der Lockdown macht die Psyche krank

„Wir beobachten eine deutlich steigende Nachfrage in unseren Praxen“, sagt der Bundesvorsitzende der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung, Gebhard Hentschel, in einem Gespräch mit der F.A.Z. Bild: dpa

Psychotherapeuten erleben Zulauf, denn die Belastungen durch Homeschooling, Kontaktverlust und finanzielle Ängste nehmen im Lockdown zu.

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          Die Anspannungen in der Corona-Pandemie und im Lockdown belasten das seelische Gleichgewicht der Bevölkerung immer stärker. „Wir beobachten eine deutlich steigende Nachfrage in unseren Praxen“, sagt der Bundesvorsitzende der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung, Gebhard Hentschel, in einem Gespräch mit der F.A.Z. Das zeige sich zum Beispiel in der Zunahme von Videositzungen, welche die Psychotherapeuten seit der ersten Welle im vergangenen Frühjahr abrechnen dürfen. Im ersten Lockdown hätten 77 Prozent der Praxen dieses neue Instrument eingesetzt, später sei das Interesse daran wieder abgeflaut. „Aber jetzt nimmt das Verfahren wieder Fahrt auf“, berichtet Hentschel.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Um den coronabedingten Andrang genauer zu messen, organisiert der Verband von dieser Woche an eine Blitzumfrage zum Anstieg der Fallzahlen. Erste Ergebnisse sollen in zehn Tagen vorliegen. Die Vereinigung vertritt 14.000 Mitglieder, die meisten von ihnen sind niedergelassene Psychotherapeuten. Ihre Praxen sind weiterhin geöffnet, und Hentschel ist auch überzeugt, dass der persönliche Kontakt mit den Patienten der „Goldstandard“ ist. Aber viele Ratsuchende trauten sich aus Furcht vor Ansteckung derzeit nicht in den öffentlichen Raum oder in den Nahverkehr und bevorzugten deshalb die Online-Therapie.

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