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Energiekrise : So funktioniert der Strommarkt

Steinkohle lagert im Kohlehafen neben dem Kohlekraftwerk Mehrum im Landkreis Peine Bild: dpa

Über den Strompreis entscheidet das teuerste Kraftwerk, nicht das günstigste. Wie kann das sein? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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          Der extreme Anstieg der Strompreise an den Börsen hat viele Menschen aufgeschreckt und den Blick auf einen Markt gelenkt, der Verbraucher sonst nicht kümmern muss. Der Strommarkt bleibt dabei für viele Menschen un­durchsichtig und wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet: Warum ist der Strompreis an den teuren Gaspreis geknüpft? Warum bestimmt das teuerste Kraftwerk den Preis und nicht das günstigste? Und was hat es mit dem ominösen „Merit-Order-Prinzip“ auf sich?

          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung.

          Um diese Fragen zu beantworten, wäre es am einfachsten, den Strommarkt mit an­deren Märkten zu vergleichen. Der deutsche Strommarkt wurde 1998 zwar libera­lisiert. Der Versuch, Strom mit Autos, Äp­feln oder anderen Alltagsgütern zu vergleichen, ist dennoch zum Scheitern verurteilt: Strom kann nicht in großem Umfang auf Vorrat produziert und gespeichert werden. Die Nachfrage der Verbraucher schwankt vergleichsweise wenig mit steigenden oder sinkenden Preisen, sie ist dem Kölner Ökonom Axel Ockenfels zufolge also relativ un­elastisch. Politische Entscheidungen be­einflussen zudem den Markt. Das alles macht den Strommarkt zu einem beson­deren.

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