https://www.faz.net/-gqe-881db

Hohe Schulden, wenig Wachstum : Frankreich verliert an Kreditwürdigkeit

  • Aktualisiert am

Egal, wie die Wirtschaft läuft: Paris bleibt romantisches Traumziel Bild: AFP

Weil es nach wie vor großen Reformbedarf gebe, stuft Moody’s Frankreich um eine Stufe herab. Besonders die Staatsschulden könnten zum Problem werden, warnt die Ratingagentur.

          Wegen schlechter Wachstumsaussichten hat die amerikanische Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit Frankreichs um eine Kategorie auf Aa2 herabgestuft. „Die derzeitige wirtschaftliche Erholung in Frankreich hat sich als deutlich langsamer erwiesen - und Moody’s glaubt, dass es so bleibt - verglichen mit der Erholung in den vergangenen Jahrzehnten“, begründete die Ratingagentur am Freitag ihre Entscheidung.

          Frankreich stehe vor „erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen, darunter „eine hohe Rate struktureller Arbeitslosigkeit, relativ niedrige Gewinnmargen der Unternehmen und ein Rückgang des Anteils am weltweiten Export“.

          Abbau der Staatsschulden wird schwierig

          Moody’s führte die Probleme auf „langjährige fehlende Flexibilität auf dem Arbeits- und Produktmarkt“ zurück. Das zu erwartende mittelfristig langsame Wachstum stehe dem Abbau von Frankreichs hohen Staatsschulden „in der absehbaren Zukunft“ im Wege. Frankreichs Schulden beliefen sich Ende des ersten Quartals auf 2.089,4 Milliarden Euro. Das sind 97,5 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP).

          Die Top-Bonitätsnote Aaa hatte Frankreich bei Moody’s bereits im November 2012 verloren, als die Eurozone immer tiefer in die Finanzkrise stürzte. Moody’s erklärte nun, trotz der erneuten Herabstufung bleibe Frankreichs Kreditwürdigkeit „extrem hoch“, der Ausblick wurde außerdem als „stabil“ bewertet. Die Ratingagentur äußerte sich anerkennend, dass die Regierung in Paris sich um eine Stabilisierung der Staatsfinanzen bemühe und kürzlich Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft angekündigt habe.

          Auch Frankreichs Finanzminister Michel Sapin hob als Reaktion auf die Herabstufung hervor, die Kreditwürdigkeit seines Landes bleibe solide. „Die Regierung verpflichtet sich weiterhin, ihre Reformpolitik fortzusetzen und zu verstärken“, erklärte Sapin in Paris.

          Weitere Themen

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Nach langem Anlauf fusioniert Video-Seite öffnen

          T-Mobile US und Sprint : Nach langem Anlauf fusioniert

          Ein Zusammenschluss der Nummer drei und Nummer vier des amerikanischen Mobilfunkmarktes war in den vergangenen Jahren schon zwei Mal gescheitert. Jetzt steht nur noch das Justizministerium als einzige Hürde im Weg.

          Topmeldungen

          Deutsche und Commerzbank : Schlechte Aussichten

          Die Hauptversammlungen von Deutscher und Commerzbank haben einmal mehr gezeigt: Wer glaubt, die Unabhängigkeit der Geldhäuser sei ungefährdet, könnte eines Morgens aufwachen und sich verwundert die Augen reiben.

          Nach Mays Ankündigung : Brexit-Opfer

          Das Brexit-Thema wurde May wie zuvor schon Cameron zum politischen Verhängnis – und es ist eine Last, die auch die kommende Regierung nicht einfach abschütteln kann. Die EU allerdings auch nicht.
          Erst der Anfang: Dem „Spiegel“ stehen grundlegende Neuerungen bevor.

          Bericht zu „Spiegel“-Skandal : „Ein verheerendes Bild“

          Fünf Monate nach dem Bekanntwerden seines Fälschungsskandals hat der „Spiegel“ den Abschlussbericht seiner internen Untersuchung vorgelegt. Er offenbart eine Verkettung missachteter Warnungen.
          Kam 1996 auf den Markt: das Schmerzmittel Oxycontin

          Amerikanische Opioid-Tragödie : McKinsey berät Purdue nicht länger

          Die amerikanische Opioidkrise hat schon Tausende Amerikaner das Leben gekostet. Im Zentrum der Tragödie steht das Pharmaunternehmen Purdue. McKinsey hat nun die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen eingestellt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.