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Sommerspiele in Tokio : Der Preis für Olympia

Immerhin, das neue Stadion mit Blick auf den Fuji bleibt den Einwohnern von Tokio erhalten . Bild: The Asahi Shimbun via Getty Imag

In die Olympischen Spiele hat Japan viel Geld investiert. Der Nutzen für das Land bleibt fraglich. Corona macht alles noch viel schlimmer.

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          Der japanische Stararchitekt Kengo Kuma gerät ins Schwärmen, wenn er von dem neuen Olympiastadion mitten in Tokio erzählt. „Ich wollte ein Design für eine neue Ära schaffen, für eine Zeit, die von wirtschaftlicher Stagnation und von schrumpfenden Geburtenraten geprägt ist.“ 2015 wurden Kuma und sein Team als Designer für das Stadion berufen, nachdem die Regierung den Entwurf der britisch-irakischen Architektin Zaha Hadid wegen drastisch gestiegener Kosten gestrichen hatte. Kuma entwarf eine bescheidener wirkende Arena, die manche Japaner mit einem Hamburger-Fleischkloß verglichen. Ein für die Olympischen Spiele nach Tokio angereister Journalist sagte, sie sehe so gewöhnlich aus wie Sportstadien in Europa auch. Kuma aber sieht in seinem Bau den Gegenentwurf zu dem monumentalen National Gymnasium, das der japanische Architekt Kenzo Tange für die Olympischen Spiele 1964 in Tokio gebaut hat.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Tanges Design zeige die Dynamik und den Aufbruch Japans der 60er Jahre, sagte der 66 Jahre alte Kuma in einem Gespräch mit ausländischen Journalisten. Jetzt aber schrumpften die Wirtschaft und die Macht Japans. „Wir sollten die Zufriedenheit in dieser schrumpfenden Ära zeigen“, sagte der Architekt am Rande einer Ausstellung seiner städtebaulichen Vision für Tokio, die von der Japan Cultural Expo im Nationalmuseum für moderne Kunst organisiert wurde. Die beste Methode dafür sei, natürliche Materialien zu verwenden. Kuma spricht von Intimität und menschlicher Architektur. Die große Sportarena aus Stahl und Beton hat er von außen mit Holz aus allen 47 Präfekturen Japans verkleidet.

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