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Höchster Stand seit 1994 : Arbeitslosigkeit in Spanien erreicht traurigen Rekord

  • -Aktualisiert am

Blick in eine unsichere Zukunft: Viele junge Spanier sind arbeitslos. Bild: Jung, Hannes

Die Rezession in Spanien schlägt voll auf den Arbeitsmarkt durch. Die Arbeitslosigkeit ist weiter gestiegen und hat einen Rekordwert erreicht. Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren sind mittlerweile 53 Prozent ohne Stelle.

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          Auch die Sommersaison hat die Arbeitslosigkeit in Spanien nicht gebremst. Nach Angaben des Nationalen Statistikinstituts vom Freitag stieg die Zahl der Beschäftigungslosen im zweiten Quartal dieses Jahres abermals um mehr als fünfzigtausend auf den absoluten bisherigen Höchststand  von 5,7 Millionen. Mit 24,6 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung ohne Job  wurde die letzte Rekordmarke aus der Regierungszeit des Sozialisten Felipe González im Jahr 1994 (25,5 Prozent) zum ersten Mal übertroffen. Allerdings verlangsamte sich die Zunahme der Arbeitslosigkeit. Verloren von Januar bis März noch 365.000 Menschen in Spanien ihren Job, waren es von April bis Juni nur noch 53.500.

          Die vorgelegten Daten sind die ersten, die seit dem Inkrafttreten der Arbeitsmarktreform, welche die konservative Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy im Februar verabschiedete, erhoben wurden. Hier wirkten sich also offenkundig die neuen Möglichkeiten für Unternehmen aus, Arbeitnehmer zu einfacheren und billigeren Bedingungen zu entlassen.

          Deutliche Besserung ist nicht in Sicht

          Die zweite Rezession in der nunmehr vier Jahre währenden Krise, die inzwischen im vierten Quartal fortdauert, hat die Entwicklung noch verstärkt. Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren sind nun 53 Prozent ohne Arbeit. Insgesamt wurden 1,7 Millionen Haushalte gezählt, in denen alle erwerbsfähigen Mitglieder ohne Beschäftigung sind.

          Eine deutliche Besserung ist nicht in Sicht. Spanien hat die höchste Arbeitslosigkeit in der Eurozone. Die Wirtschaft steckt in der Rezession, die Regierung hat ein drastisches Sparprogramm aufgelegt. Die Zentralbank rechnet damit, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,4 Prozent geschrumpft ist. Im ersten Quartal waren es minus 0,3 Prozent. Die spanische Regierung geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote für das ganze Jahr bei 24,6 Prozent liegen wird.

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