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Hilfe für Geschäfte : Je mehr Schritte, desto höher der Rabatt

  • -Aktualisiert am

Die Gründer von „Mooveo“: Carlos Gienow (links) und Maximilian Pfestorf Bild: Helmut Fricke

Viele Schritte am Tag zu gehen ist gesund – und soll jetzt auch den gebeutelten Läden der Frankfurter Innenstadt helfen. Eine App belohnt fleißige Fußgänger mit Rabatten für die Geschäfte.

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          Zu Fuß gehen und Läden in der Nachbarschaft unterstützen – mit dieser Idee wollen Carlos Gienow und Maximilian Pfestorf kleinere Geschäfte in der Frankfurter Innenstadt vor Schließungen retten. Die Gründer des Start-ups „Carma Insights“ haben eine App entwickelt, die die klimafreundliche Fortbewegung mit Rabatten im Einzelhandel belohnen will.

          Die Nutzer laden sich die kostenlose App „Mooveo“ herunter. Nach einer kurzen Registrierung geben sie ihren Standort frei und können bis zu 30 Vorlieben angeben, wie zum Beispiel Winterjacken oder Karamell-Eis. Je länger ein Nutzer zu Fuß unterwegs ist, desto mehr Punkte sammelt er, sogenannte „Mooves“. Diese „Mooves“ kann er als Rabatt in den teilnehmenden Geschäften einlösen. Dabei gilt: Je mehr „Mooves“, desto höher die Rabatte.

          Geschäfte nehmen teil, indem sie ein Abonnement abschließen. Für 15 Euro im Monat können sie sehen, wo sich potentielle Käufer befinden und welche Vorlieben sie haben. Für 30 Euro können sie zusätzlich die potentiellen Kunden kontaktieren. So kann zum Beispiel ein Laden für Winterjacken Kunden mit dieser Präferenz im Umkreis von fünf Kilometern eine Push-Nachricht senden, um auf ihre Aktionen hinzuweisen. Die Gründer haben dabei bewusst niedrige Abo-Preise gewählt, damit sich auch kleine Geschäfte leisten können, mitzumachen.

          25.000 Euro aus eigenen Mitteln

          Der 22 Jahre alte Gienow und sein 24 Jahre alter Kommilitone Pfestorf studieren im fünften Semester Betriebswirtschaft an der International School of Management. Schon zu Beginn ihres Studiums hätten sie gemerkt, dass sie ähnlich tickten: Das theoretische Wissen aus der Uni wollten sie in die Praxis umsetzen.

          Kurz bevor sie ins Auslandssemester gegangen seien, hätten sie mit einigen Freunden gegenseitig die jeweiligen Heimatorte besucht, erzählen sie. Als sie durch die verschiedenen Städte liefen, habe immer wieder jemand von der „kleine Eisdiele“ und dem „Café am Markt“ erzählt, die in den letzten Jahren schließen mussten. Gienow und Pfestorf interessierten sich für die Gründe der Geschäftsaufgaben und kamen zu dem Schluss: Das Problem liege darin, dass Einzelhändler, anders als große Unternehmen, nicht viel über ihre Kunden wüssten und sie darum nicht direkt ansprechen könnten.

          Seit Juni vergangenen Jahres arbeiten die beiden an der App. Ihre Geschäftsidee haben sie an einem Whiteboard in Pfestorfs Wohnung skizziert. Seitdem ist ihr Team auf acht Mitarbeiter gewachsen, darunter sind vier Programmierer und eine Grafikerin aus Frankreich sowie ein Praktikant. Als Business Angel unterstützt Jochen Friedrich, der zehn Jahre lang Geschäftsführer bei JPMorgan war, die Jungunternehmer. 25.000 Euro haben sie aus eigenen Mitteln eingebracht.

          Die App befindet sich noch in der Entwicklung, im September soll eine Pilotphase von etwa sechs Monaten beginnen. Dabei werde die App in vier unterschiedlich großen Städten in Mittel- und Nordhessen getestet. Wenn alles problemlos verlaufe, wollen sie mit „Mooveo“ schon bald in den Markt eintreten.

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