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Herz-Geschwister : Investorenfamilie verdient mit Puma-Geschäft Millionen

  • Aktualisiert am

Herz-Geschwister steigen mit hohem Gewinn bei Puma aus Bild: AP

Die Herz-Geschwister trennen sich vom Sportartikelhersteller Puma. Seitdem die Tchibo-Erben ihre Anteile an dem Kaffee-Imperium verkauft haben, investieren sie in Immobilien, Finanzanlagen und Beteiligungen. Allein mit Puma verdienten sie wohl über eine halbe Milliarde Euro.

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          Die Hamburger Investorenfamilie Herz hat mit ihrem zweijährigen Engagement beim Sportartikelhersteller Puma nach Schätzungen mehr als eine halbe Milliarde Euro verdient. Die Tchibo-Erben Günter und Daniela Herz waren im Mai 2005 über ihre Vermögensverwaltungsgesellschaft Mayfair als größter Einzelaktionär bei Puma eingestiegen. Nun reichen sie den 27-Prozent-Anteil mit einem Aufschlag von rund 65 Prozent an den französische Luxusgüterkonzern Pinault-Printemps-Redoute (PPR) weiter.

          An diesem Dienstag war bekannt geworden, dass PPR Puma übernehmen will, nachdem solche Gerüchte schon seit vergangenem Donnerstag existierten. PPR kündigte an, den Aktionären ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot von 330 Euro je Aktie machen zu wollen (siehe dazu auch: PPR legt Übernahmeangebot für Puma vor). Der Aktienkurs ging daraufhin steil nach oben. Der Puma-Vorstand begrüßte die Pläne. PPR ist der Mutterkonzern von Edelmarken wie etwa Gucci und Yves Saint Laurent.

          Der „ideale Partner“ für Puma

          „Es war keine leichte Entscheidung“, sagte Mayfair-Geschäftsführer Rainer Kutzner am Dienstag der Nachrichtenagentur AP. Mayfair und die Familie Herz sind üblicherweise für einen langfristigen Anlagehorizont bekannt. Kutzner erklärte, eine Gelegenheit wie jetzt biete sich nicht oft, das Geschäft sei eine kaufmännische Entscheidung gewesen. PPR sei der „ideale Partner“ für Puma. Die Einnahme von geschätzten 1,44 Milliarden Euro würden reinvestiert, sagte er. Genaue Kaufabsichten nannte der Manager nicht.

          Zuletzt hatte Herz im Dezember den Hamburger Schiffs-Prüfkonzern Germanischer Lloyd (GL) für rund 575 Millionen Euro übernommen und so vor einer feindliche Übernahme durch einen französischen Konkurrenten gerettet.

          Nach Streitigkeiten bei Tchibo ausgeschieden

          Mayfair investiert in Immobilien, Finanzanlagen und unternehmerische Beteiligungen. Die Beteiligungsgesellschaft der Herz-Geschwister war im Februar 2005 gegründet worden. Der 66-jährige Günter Herz war 2001 nach endlosen Streitigkeiten mit seinen Brüdern Michael, Wolfgang und Joachim nach mehr als 30 Jahren an der Spitze des Kaffee- und Handelskonzerns Tchibo aus dem Unternehmen ausgeschieden. Vor vier Jahren erhielten Günter Herz und Daniela eine Ausgleichszahlung von rund vier Milliarden Euro für ihre Tchibo-Anteile und haben nun mit dem Unternehmen nichts mehr zu tun.

          Seitdem sucht das Herz-Geld nach Anlage. Der Einstieg bei Puma mit zunächst 17 und später mehr als 25 Prozent war das bislang größte Investment mit etwas weniger als einer Milliarde Euro Einsatz. Herz wird regelmäßig als möglicher Käufer ins Gespräch gebracht, wenn Unternehmen ganz oder teilweise zum Verkauf stehen. Gegenwärtig sieht er jedoch den Markt für Unternehmen überhitzt durch Private- Equity-Firmen, die viele Milliarden Dollar bei Anlegern eingesammelt haben und dringen lukrative Investments suchen. „Wir sind sehr selektiv und suchen gute Unternehmen zu vernünftigen Preisen“, sagt Hinrich Stahl, einer der Mayfair-Manager. Dabei stehe Mayfair anders als Anlegerfonds nicht unter Zeitdruck, sondern könne sorgfältig alle Angebote prüfen.

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